5/10/2017

NIEDERLÄNDISCH FÜR ANFÄNGER No. 19 | Maipokalypse




Maipokalypse

— Der richtige Begriff für das, was im Mai (und vergangenen April) bisher an Prüfungen, Abgabeterminen und Eindrücken auf Antonia eingeprasselt ist und in Zukunft noch auf sie einprasseln wird. Wer die Maipokalypse überlegt, wird in die Jundyssee überführt und im Bye, ich bin so erschöpft, dass mir für Juli nicht mal mehr ein lustiges Wortspiel einfällt mit Sommerferien belohnt. (Zusammengefasst: Die letzten Aprilwochen waren hart, die erste Maiwoche war härter und jetzt gibt es wieder regelmäßiger Niederländisch für Anfänger-Posts.)



Freitag, 05-05-2017 | Nerds & Narnia

Würde ich meinem 11-jährigen Ich genau eine Sache über mein jetziges Leben sagen können, dann wäre es wahrscheinlich schlicht und ergreifend der Satz: "Antonia, du verbringst deine Wochenenden mit Narnia-Themenabenden, wenn du 18 bist." - das hätte mir definitiv die Gewissheit gegeben, dass ich zu genau der Art von Nerd heranwachse, der ich immer sein wollte.

Dabei kann ich mich gar nicht mehr genau daran erinnern, wie sich das mit dem Narnia-Themenabend ergeben hat. Nur, dass er plötzlich auf Freitag Abend lag und damit anfing, dass meine Freundin Louisa und ich halb keuchend vor Lachen meine extrem steile Haustreppe mit zwei bis zum Rand gefüllten Tassen Kakao hochgekrochen sind, weil... Na ja, wir haben einen sich sehr ergänzenden Humor. Louisa ist sozusagen der Phil zu meinem Dan. Ihr würdet sie mögen, sie ist einer der lustigsten Menschen, die ich kenne. (Der Abend baute sich eigentlich komplett um unser Vorhaben, uns irgendwie zu verkleiden, wobei Louisa dafür plädierte, sich einfach nicht die Beine zu rasieren und als Herr Tumnus zu gehen. Dazu kam es letztendlich nicht, weil a) ich keine Verkleidung hatte und eine Verkleidung alleine auch blöd ist und b) wir beide zu wenig trinken um unsere Freundschaft auf die Oberkörperfreier-James-McAvoy-als-Faun-Ebene gelangen zu lassen.) (Das Zweitwildeste, was uns nach der Faun-Idee jemals passiert ist, war das eine Mal, als wir uns einen Flammkuchen geteilt haben und ich beim Schneiden ein Viertel vom Flammkuchen durch das Restaurant geschmissen habe, weil ich zu passioniert geschnitten habe, und Louisa ihn mitten in der Luft gefangen hat.) (Ihr merkt, mein Leben ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle.) (Aber wirklich, Louisa und ich haben eine Freundschaft, die praktisch eine permanente Aneinanderreihung von Memes ist.) 

Letztendlich war das einzig wirklich Themenbezogene an diesem Abend die Tatsache, dass wir türkischen Honig zusammen mit Kakao gegessen haben. Der Rest war zwei von drei Filmen, weil wir danach zu müde waren und den dritten auf den nächsten Tag verschoben haben und ich, wie ich den kompletten ersten Teil hindurch alle fünf Minuten meinen Fernseher wegen Edmund angeschrieen habe. Bei Narnia verstehe ich keinen Spaß. (Und Edmund ist für mich die absolute Verkörperung des Antichristen im ersten Teil. Ich habe den kompletten zweiten und die Hälfte vom dritten Teil gebraucht, um Edmund wieder zu mögen.)

Samstag & Sonntag, 06-05-2017/07-05-2017 | Oh du liebes Ohr

Nachdem wir das Wochenende mit einer Verlängerung unseres Narnia-Abends eingeläutet haben und sich deshalb der Samstag so ziemlich unproduktiv weiterentwickelt hat, habe ich tatsächlich Samstag Abend mein Buch aufgenommen und angefangen, meine Zusammenfassung für den Behavior & Environment-Kurs zu schreiben. Ein ganzes Kapitel habe ich am Wochenende fertiggestellt (und das ist ziemlich gut, weil ich damit über meiner eigenen Zeitvorlage liege und das bisherige Studienjahr aus persönlichen Gründen mehr als unproduktiv war).

Grund dafür war eher sekundär meine neugewonnene Motivation (obwohl die mich hoffentlich in Zukunft noch weiter antreiben wird), sondern vor allem die Tatsache, dass sich mein Pizza-Buddy Nike (Samstag ist Pizza-Tag) am Ohr verletzt hat. Ja, richtig. Nike ist auf ihr Ohr gefallen und saß deshalb Samstag Abend Zuhause und hat es gekühlt. Nikes Ohr geht es mittlerweile (Stand Mittwoch) übrigens auch wieder besser und der kommende Pizza-Samstag ist nicht gefährdet. (Nike würdet ihr übrigens auch sehr mögen; ich habe insgesamt einen sehr mögenswerten Freundeskreis, auch wenn ich an dieser Stelle natürlich gebiast bin.)

Das war es übrigens auch schon vom Wochenende. Ich weiß, bei mir geht die Luzie wirklich ab. Filme zum Frühstück. Unfälle mit involvierten Gehör-Organen. Es war wild. (An dieser Stelle erwähne ich meine klassischen Queen-Tanzeinlagen zwischen dem Zusammenfassung-Schreiben nicht, die sind wirklich wild. Bewegung ist wichtig und Queen ist mein Leben. Don't judge.)

Montag, 08-05-2017 | Richtungen sind überbewertet

Ich habe  ja in meinem Leben schon eine ganze Menge gemacht, aber aus einer Studie bin ich auch noch nicht geflogen. Wer an dieser Stelle nun ein Bild im Kopf hat, wie ich ein fMRI-Gerät demoliere und einen armen Master-Studenten mit einem Klappstuhl abwerfe, der fehlt weit. Hat jetzt aber wenigstens ein lustiges Kopfkino. You're welcome.

Nein, das wäre ja alles viel zu mainstream für mich einzigartige Schneeflocke im Frühling des Universums. Ich bin einfach nur eine Niete mit rechts und links. Jetzt ist es raus: Ich habe eine Rechts/Links-Schwäche, die mich nun eine Experimentteilnahme gekostet hat. Nun wurde ich nicht von einem wütenden Wissenschaftler rausgeschmissen, sondern wir haben beide ganz gesittet festgestellt, dass meine Talente offensichtlich anderswo liegen als beim "rechts"/"link" angeben. Wirklich. Nach dem dritten Versuch der Proberunde war es einfach nur noch bitter.

Der Rest des Tages bestand dann aus einem Trost-Salat aus der universitären Salatbar von mir für mich und sehr viel Fahrradfahren (16km von einem Ort und Termin zum nächsten) und einer Stunde Schwimmen mit meiner Freundin Kira. Und einem Abstecher zu McDonald's, weil wir nach dem Schwimmen Hunger hatten. (Gesunder Lebensstil kann ich.) So viel zum Montag, eigentlich relativer Durchschnitt (casual 16km mit dem Fahrrad durch meine Unistadt radeln), aber was wäre Niederländisch für Anfänger ohne die Zelebration des Durchschnitts? (Eigentlich wollte ich nur das hypothetische Bild niederschreiben, dass ich jemanden mit einem Klappstuhl abgeworfen habe - aber das mit der Zelebration klang besser.)

Dienstag, 09-05-2017 | Call me Justin

Wer in letzter Zeit meinen Instagram-Account verfolgt hat (@lauterundleise - ich poste dort regelmäßiger, also könnt ihr ruhig mal vorbeischauen) oder die letzten Niederländisch für Anfänger-Posts gelesen hat (bless you), dem ist vielleicht schon zu Ohren gekommen, dass ich den letzten Monat über jeden Dienstag Abend dreieinhalb Stunden lang einen Public Speaking-Kurs hatte. (Ja, Weltherrschaft und so weiter, irgendwo muss man ja anfangen.) Nun hat dieser Public Speaking-Kurs gestern sein Ende gefunden und ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich in Debattieren und Inpro-Reden verliebt habe. Kinder. Wirklich. (Jeder braucht ein Hobby.)

Gestern war nun der Abschluss, der aus der Simulation einer Bilderberger-Konferenz bestand (dieser Wikipedia-Artikel gibt euch einen Überblick darüber, was das genau ist) - also im Prinzip ein Zusammentreffen von einflussreichen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, und Co., die über ein Problem diskutieren und am besten zu einer Lösung kommen sollen. Unser Problem, bzw. unsere Frage, war: "Soll in Nordkorea eingegriffen werden?" - dann bekommt jeder eine Rolle (also eine einflussreiche Person, die er darstellt) und ein dazugehöriges Infoblatt, in dem die Positionen der Person stehen, also was sie durchsetzen will, was ihre Interessen zu den einzelnen Punkten sind etc. pp.

Ich war gestern also für dreieinhalb Stunden der kanadische Premierminister Justin Trudeau, habe mich mit meiner Freundin Janina (aka François Hollande) und einigen anderen (dem König von Belgien, dem König von Spanien, dem CEO von Amazon, China und dem CEO von Airbus) verbündet und mit - unter anderem Angela Merkel, Donald Trump, Donald Tusk und den Nestlé-CEO  - über dieses Thema diskutiert. Ich würde gern in Zukunft noch einmal einen extra ausführlichen Beitrag über Public Speaking/Aus-Der-Eigenen-Blase-Rauskommen verfassen, da das in diesem Post viel zu lang werden würde, aber einige Erkenntnisse des letzten Abends:

— Es ist niemals nicht lustig, als Justin Trudeau angesprochen zu werden, wenn du eine 18-Jährige Blondine mit einer großen schwarzen Brille bist
— Ich wurde in der Pause von anderen Debatten-Teilnehmern um Autogramme gebeten (jeder mag Justin Trudeau, wirklich - jeder.)
— Ich habe meine Freundin Janina noch nie so abrupt schreien gehört, wie in dem Moment als sie Donald Trump werden sollte
— Stellt euch das innerlich befriedigendste Gefühl vor, das ihr jemals hattet - alle drei Zielpunkte von eurem Infoblatt in das letztendlich von den Teilnehmern geschriebene und bestätigte Schriftstück reinzubringen ist ungefähr zehn Mal besser
— Ich bin jetzt definitiv Debatten-Süchtig - wer von euch einmal die Gelegenheit an einer Teilnahme von etwas hat, das auf so etwas hinführt, sollte sie nützen; Public Speaking macht süchtig



Mein Laptop meldet sich nun mit einer "Batterie fast alle"-Meldung und ich kann ihm an dieser Stelle nur zustimmen (Kira und ich waren heute wieder schwimmen, dieses Mal aber ohne McDonald's) und ich freue mich nun, dass ich nach der Beendigung dieses Posts glücklich und zufrieden ins Bett fallen kann. Im Mai kommt bei mir momentan sehr viel zusammen, weshalb ich die letzten zwei Wochen nicht geupdated, sondern mich auf die Uni und mein Privatleben konzentriert habe. Ich versuche jetzt wieder regelmäßiger zu schreiben, aber falls mal wieder Flaute ist, dann geht einfach davon aus, dass ich weinend über meinem Statistikbuch im Wandschrank liege.

(Und wer heute Rechtschreibfehler im Post findet, darf sie behalten, ich wurde gerade zu 40 Bahnen  Schwimmen genötigt und danach gab es keine Pommes.) (Das Leben ist hart, ich weiß.)

Liebe Grüße und einen - nachträglich - guten Start in den Mai!
Antonia

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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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