12/07/2015

Montagsfrage: Welche Frage im Bezug auf Bücher und Lesen würdest du gerne mal bei der Montagsfrage sehen und warum?


Hallo meine Lieben!

Meine Beichte des Tages: Ich bekomme jedes Mal Ausschlag im Gesicht, wenn ich die dämliche Telekom-"Das beste Netz Deutschlands"-Werbung im Fernsehen sehe. Ernsthaft. Noch ein bisschen mehr Magenta und ich fühle mich dazu genötigt, in Farbtherapie zu gehen. Eine halbe Stunde habe ich nach der Schule nun mit dem Öffnen eines Post-Entwurfs gekämpft und dann einfach aufgegeben und erst mal die Heute Show vom Freitag nachgeholt (, die - überraschender Weise - dann doch laden konnte. Im Gegensatz zu Blogger. Versteh', wer will...). Von wegen "bestes Netz Deutschlands" - ich versauere hier immer noch mit einer "knapp an gar nichts"-Internetleitung. Vielen Dank auch, ihr rosa Dilettanten.

Eigentlich wollte ich heute auch mal wieder beim Cover-Monday mitmachen, aber da hat mir ausnahmsweise nicht die Telekom dazwischengefunkt, sondern ich selbst. Ich habe gestern extra noch zu Anna gesagt, dass ich umbedingt Fotos für den Cover-Monday machen muss, weil das Licht am Montag sowohl morgens, als auch abends bei mir alles andere als prickelnd ist. Und drei Mal dürft ihr raten, wer sich gestern dann halb sechs an dieses Vorhaben erinnert hat. Halb sechs. Abends. Im Dezember. Muss ich mehr sagen? Und Cover Monday ohne Cover (oder allerhöchstens mit einem sehr miserabel fotografierten) ist dann auch irgendwie doof. (Mal sehen, vielleicht hole ich den Post dafür morgen nach oder eben nächste Woche.)

Nach so viel Gemeckere rettet aber zumindest das Thema der Montagsfrage diese Woche die positive Stimmung. Heute ist nämlich Freestyle. Und ich lebe für Freestyle. Ich bin sozusagen der größte Freestyler der Welt. Bekannt für meine Spontanität, die sich vor allem in meinen vorweihnachtlichen Jingle Bells-Neuinterpretationen, äußert (und alles nur, weil ich ein furchtbar schlechtes Lied-Gedächtnis habe und deshalb die Strophen zum bekannten Refrain neu dichten muss). Ich habe ganze fünf Minuten überlegt, bis ich heute wusste, welche Montagsfrage ich gern mal hören würde und warum. Also seid gespannt (oder auch nicht, weil ihr es schon durch die Hervorhebung gelesen habt). Hier kommt sie. Die unverwechselbare, eigene, umbedingt zu stellende Frage des ersten Wochentages:


Liest du nur Prosa oder auch Lyrik - wieso?



Bei der Formulierung dieser Frage merkt man eindeutig die Deutsch-Abiturientin. Man hätte natürlich auch schreiben können: "Liest du auch Gedichtbände oder nur Romane etc.?" - aber ich liebe das Wort "Lyrik" und deshalb musste das hier dringend noch irgendwo mit rein.

Da ich die Frage stelle, liegt es wahrscheinlich nahe, dass ich zu der Minderheit in der Bevölkerung gehöre, der Gedichtbände Zuhause bei sich hortet und früher oder später einen Heinrich Heine-Schrein bastelt. Ich bin ein absoluter Gedicht-Fan. Ich schreibe sie gern, ich höre sie gern, ich lese sie gern und ich vertrete die Meinung, dass man ohne ein paar richtig gute Gedichte im Leben etwas verpasst. Diese Lyrik-Liebe (Alliteration musste sein) ist wahrscheinlich auf diesem Blog bei den wenigen (aber vorhandenen!) Gedichtvorstellung bereits angeklungen und in meinem persönlichen Leipziger-Buchmessen-Moment 2015, als ich ein großartiges Buch mit lettischer Gegenwartslyrik ergattert habe. ("Geht Antonia auf die Leipziger Buchmesse und kauft ein Buch mit lettischer Gegenwartslyrik." hört sich nach dem Beginn eines sehr schlechten Witzes an, dabei ist das lediglich mein Leben. Ein Glück habe ich einen Fable für verschrobenen Humor.) Aber ich kann es nicht oft genug erwähnen: Ich liebe Gedichte. Ich liebe sie, wenn ich glücklich bin und vor allem, wenn ich traurig bin. Bei Tag. In der Nacht. Zwischendurch. Ganz und gar. Einzig. Gemeinsam. Immer. Ich liebe Gedichte. Und sie werden extrem stiefmütterlich behandelt. Und genau hier liegt das Problem.

Wie oft macht man sich - Hand auf's Herz -, wenn man nicht gerade ich und im Besitz einer Vielzahl komischer Vorstellungen von Hobbys ist, wirklich mal Gedanken über Gedichte? Beziehungsweise: Wie oft will man sich eigentlich Gedanken über Gedichte machen? Dabei geben Gedichte so viele Emotionen und so eine geballte Ladung an Gedanken. Gedichte erzählen Geschichten, für die manche einige hundert Seiten brauchen, in drei Strophen. Die Menschen denken wirklich viel zu selten über die Denkform der Literatur schlechthin* nach. Und dem sollte man mit der Montagsfrage eindeutig entgegenwirken! 


So, das war's heute dann erst mal von mir. Ich wünsche euch noch einen bezaubernden Abend und dem ein oder anderen ein paar richtig gute Gedichte. Vielleicht kommt ihr ja noch auf den Geschmack ;)

Alles Liebe,
Antonia


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» letzte Montagsfrage [Liest du auch Bücher, die nicht aktuell (also in den letzten Jahren erschienen) sind, aber nicht zu den Klassikern zählen?]




* Okay. Als jemand, der für sein Leben gern Essays schreibt, muss ich hier noch mal was klären. Für mich sind nämlich Essays, also die klassischen Gedankenspaziergänge, irgendwo auch typische Denkformen und die Gedichte laufen ihnen mit dieser Aussage den Rang ein bisschen ab. Das wird die meisten von euch nicht so sehr jucken, aber ich muss das jetzt noch loswerden, sonst liege ich heute Abend schweißgebadet im Bett und habe eine tiefe Sinneskrise: Gedichte sind für mich deshalb die Denker unter den Wortkombinationen, weil sie eben pure Gedanken sein müssen. Im Rhythmus, in der Wortwahl. Gedichte lassen keinen Platz für großes Um-den-heißen-Brei-Schleichen, sie sind die geballte Ladung von dem, was der Dichter sagen will. Und das sind auf irgendeine Art und Weise immer Gedanken. Oder jedenfalls meistens. Um den Essays jetzt aber nicht Unrecht zu tun ( - wozu, also dem Verletzen und Formen von Literatur, wahrscheinlich auch nur ich in der Lage bin - ): Für mich stehen sie mit den Gedichten auf einer Ebene. Kurz und prägnant schön und gut, aber ausschweifen macht an Gedanken ja auch irgendwo den eigentlichen Reiz.




Okay. Ich gebe es zu. Ich bin ein Deutsch-Nerd.


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Danke, dass ihr durch eure Kommentare aktiv zum Training von Antonias Sprunggelenken beitragt. Sollte sie nach eurem Kommentar länger nichts posten, liegt es nahe, dass sie sich beim Rückwärts-Flick-Flack nach dem Entdecken einen Wirbel ausgerenkt hat.

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