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11/02/2016

[Classic Confessions - No. 22] "(Halbzeit): Welche Frage(n) würdest du gern einmal gestellt bekommen?"



Der NaNoWriMo ist angelaufen und ab morgen bin ich dann auch wieder in den Niederlanden. Die Grippe verzieht sich und dafür kommt die Normalität langsam zurück. Ich war heute bereits für den NaNoWriMo aktiv (über 1000 Wörter AHU!) und auch für den Uniblog, für den ich heute einen Beitrag einreichen musste. Aber genau wie versprochen, bin ich auch mit den Classic Confessions nach meiner krankheitsbedingten Pause letzte Woche wieder zurück.

Und dieses Mal sogar mit einer ganz besonderen Edition der Classic Confessions. 21 Fragen liegen hinter uns, weitere 21 Fragen vor uns und dazwischen befinden wir uns jetzt, weshalb es an der Zeit ist zu fragen:


Welche Frage(n) würdest du gern einmal gestellt bekommen?


Ich habe Fragen bis zum Ende der Aktion vorbereitet, aber noch ein Puffer mit ein paar freien Plätzen, die, sollte jemand gute Fragen-Idee haben mit euren Fragen gefüllt werden, statt mit denen, die ich vorbereitet habe. Logischerweise werde ich diese Frage nicht selbst beantworten, da seid wirklich ihr gefragt.

Welcher Aspekt von Klassikern interessiert euch? Wie fandet ihr die Fragen bisher? Es ist einfach an der Zeit, ein kurzes Fazit auf der Hälfte zu ziehen und sich vielleicht noch einmal in eine  Richtung inspirieren zu lassen, auf die ich selbst nicht gekommen wäre.

Ich freue mich auf eure Vorschläge. Und sollte tatsächlich eine Frage dabei sein, die ich in die Aktion nehmen kann, werde ich diese Woche nicht nur ein Mal euren Namen in die Lostrommel am Ende der Aktion werfen, sondern zwei Mal. Mitmachen lohnt diese Woche also richtig.

Liebe Grüße,
Antonia

Hier eine Liste mit allen Fragen, die bis zum Ende der Aktion geplant sind:

[23] Alles für die Ästhetik: Was ist dein Lieblingscover eines Klassikers? (mit Bild)
[24] Welches Ende eines Klassikers würdest du umschreiben, wenn du könntest?
[25] Welchen Klassiker sollte man, deiner Meinung nach, auf jeden Fall mal gelesen haben?
[26] Quiz: Stelle den Plot von drei Klassikern mit Emojis dar.
[27] Hast du Klassiker-Evergreens - also Klassiker, die du immer und immer wieder liest?
[28] Ist es für dich eine Option, einen Klassiker als Hörbuch zu hören statt zu lesen?
[29] Hast du ein Lieblingsmärchen? Wenn ja: Nenne es und verrate, wieso.
[30] Machst du dir (Rand-)Notizen, wenn du Klassiker liest oder hast du deine Bücher gern "blank"? Wieso?
[31] Quiz: Stelle den Titel von fünf Klassikern mit Emojis dar.
[32] Was ist deine klassische Lieblingserzählung?
[33] Gibt es einen Klassiker, den du beim ersten Mal lesen überhaupt nicht mochtest und erst später für dich entdeckt hast?
[34] Welchem Klassiker-Autor würdest du gern mal richtig die Meinung geigen?
[35] Stelle ein Lied vor, das eine Klassiker-Anspielung enthält.
[36] Hast du in deinem Freundes- und Bekanntenkreis Leute, mit denen du über Klassiker redest oder ist das privat eher kein Gesprächsthema für dich?
[37] Quiz: Beschreibe einen Klassiker mit einem einzelnen Attribut.
[38] Hast du einen Lieblingsprotagonisten aus einem Klassiker?
[39] Hast du jemals selbst einen Klassiker dramatisch umgesetzt? (Als Schulprojekt, in der Theater-Gruppe etc.) Wenn nein: Würde es dich reizen?
[40] Gibt es Non-Fiction Klassiker, die du gelesen hast? (Sachbücher)
[41] Kannst du Teile von Klassikern aus dem Kopf rezitieren oder hast du eher ein schlechtes Gedächtnis diesbezüglich?
[42] Was ist für dich die schönste Liebesgeschichte in einem Klassiker?
[43] Quiz: Beschreibe den Plot von fünf Klassikern mit je einer Zeitungs-Headline.
[44] Wie viele Klassiker besitzt du?
[45] Was ist dein liebster Antagonist in einem Klassiker?
[46] Was ist dein liebster Antiheld in einem Klassiker?
[47] Ziehst du Klassiker der modernen Literatur vor oder moderne Literatur den Klassikern?
[48] Hast du einen Hassprotagonisten aus einem Klassiker? 
[49] - eure Fragen -
[50] - eure Fragen -
[51] - eure Fragen -
[52] Wie, denkst du, kann man Menschen mehr für Klassiker begeistern?
[53] Gibt es Kritik/Lob/Anregung, die du zur Aktion loswerden möchtest?



Über die Aktion


Die Aktion geht ein Jahr lang (bzw. 53 Wochen) und für jede Frage, die ihr mit einem eigen Post beantwortet und unter dem Ursprungspost auf meinem Blog verlinkt, wandert euer Name ein Mal in den Lostopf. Am Ende der 53 Wochen könnt ihr also 53 Mal in meinem Lostopf sein (oder 12 Mal, wenn ihr nur 12 Fragen beantwortet habt etc. pp.) und habt eine Chance darauf, im Juni 2017 ein fettes Bücherpaket zu gewinnen. Und mit fett meine ich fett. Lasst euch überraschen - aber seid sicher, dass für jeden etwas dabei ist.

- jeden Mittwoch poste ich eine Classic-Confessions-Frage
- diese müsst ihr in einem eigenen Post beantworten und meinen Blog darin verlinken
- dann müsst ihr die URL als Link unter meinem Post teilen
- fertig, euer Name ist in den Lostopf gewandert!

Ihr habt bis zum folgenden Dienstag 23:59 Uhr Zeit, die wöchentliche Frage zu beantworten. Danach seid ihr natürlich immer noch gern dazu eingeladen, könnt aber nicht mehr verlinken und werdet nicht mehr gezählt.

Solltet ihr mal eine Woche ausgesetzt haben, ist das nicht schlimm. Ihr wandert so oft in den Lostopf, wie ihr teilgenommen habt - durch regelmäßiges Teilnehmen erhöht sich lediglich eure Chance auf den Gewinn.

Das Banner darf natürlich gern kopiert werden :)


Die komplette Vorstellung findet ihr hier und weitere Fragen beantworte ich natürlich gern in den Kommentaren.


Die Teilnehmer


a.k.a. Awesome Classic-Squad

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10/19/2016

[Classic Confessions - No. 21] Hast du Erfahrungen mit Theaterumsetzungen von Klassikern? Wenn ja - welche?



Jaja, ich weiß, es ist die letzten Tage sehr ruhig auf dem Blog gewesen und ich habe den  Niederländisch für Anfänger-Beitrag diese Woche ausgesetzt. Ich würde die Dinge an dieser Stelle wirklich gern in eine wesentlich blumigere Sprache packen, aber die Erkältung, die mich volle Kanone am Montag erwischt hat, wird momentan immer unangenehmer und lähmt mir den Geist. Ich bin immer furchtbar langsam im Denken, wenn ich krank bin. Schlimm, schlimm. Und sprachlich kommen da auch keine Glanzleistung rum. Deshalb sparen wir uns diese Farce und ich konzentriere mich auf a) Gesund-Werden und b) meine Examens-Woche. Drückt die Daumen, am Montag gehts los.

Deshalb spare ich mir heute mal die Roman-Einleitung. Nehmt's mir nicht übel, aber langsam gesellt sich zur allgemeinen Trägheit und Halsschmerzen auch noch eine deftige Migräne. 


Hast du Erfahrungen mit Theaterumsetzungen von Klassikern? Wenn ja - welche?


Ich hatte die Frage ursprünglich eigentlich ein bisschen anders formuliert. Zugegebener Weise. Und ich habe sehr lang mit mir gekämpft diese köstliche Formulierung aufzugeben, weshalb wir jetzt noch mal kurz drüber sprechen müssen. Ursprünglich war die Frage: "Warst du schon einmal in einer Theater-Umsetzung eines Klassikers, um die zu verarbeiten eine Selbsthilfegruppe nötig gewesen wäre." — Ich war mir aber nicht so ganz sicher, wie viele von euch die traumatischen Erfahrungen, die ich in postmodernen Faust I-Umsetzungen machen musste, teilen. Deshalb ein bisschen neutraler formuliert.

An dieser Stelle übrigens: Ich bin öfter mal im Theater (zugegeben tendenziell mehr in Musicals, weil ich eine wahnsinnige Schwäche für Musicals habe als für "richtige" Theaterstücke) und meist gehe ich sehr zufrieden mit der Welt oder zumindest mit dem Stück wieder raus. Nun. Manchmal eben aber auch nicht. Ich will deshalb jetzt das Theater nicht schlecht reden. Ich finde Theater klasse, doch eine der prägendsten Erfahrungen war eher negativ. Ein Stück, dessen Umsetzung mich immer mehr aufregt, desto mehr ich drüber nachdenke. Faust I. Postmodern. Ja, ihr habt es erfasst.

Das Theaterstück zu Faut I war einer der letzten Schulausflüge, die ich in meinem Leben gemacht habe. Wenn ich mich nicht irre, irgendwann Herbst oder Winter. Noch nicht ganz ein Jahr. Alles noch relativ frisch. Ich bin - erst einmal - aus diesem Stück raus und fand es nicht gut, aber okay. Jetzt auch nicht unterirdisch schlecht. Aber - wie bereits erwähnt - desto länger ich drüber nachdenke, desto wütender und desto enttäuschter bin ich darüber eigentlich. Nicht, dass ich irgendwie ein riesiger Faust-Fan währe, bin ich nämlich echt nicht (ich finde die Protagonisten, abgesehen von Mephistopheles so unsympathisch, dass ich nie wirklich warm mit dem Stück geworden bin). Aber das Stück war einfach schlecht. Nicht, weil ich mit dem Stoff nicht warm wurde, sondern weil es sehr viel falsch gemacht hat, was - meiner Meinung nach - eine Menge moderner Stücke falsch machen. Zusammenfassen kann man es in zwei Hauptaspekte:

1. Ein Stück muss sich entweder selbst erklären oder gar nicht erklären, weil die Erklärung, die man beabsichtigt, unnötig ist, weil jeder seine eigene finden sollte. Wenn zu Beginn - ja, Publikum bestehend aus Schülern (Schülern der Oberstufe!!!) hin oder her - 15 Minuten erklärt werden muss, wie man das Stück zu verstehen hat, dann läuft da was falsch. Als Autor schreibe ich ja schließlich auch keinen Lektüreschlüssel zu meinen Büchern und händige ihn aus oder heule rum, wenn die Art, wie ich die Geschichte interpretiert wissen wollte, überhaupt nicht verstanden wird. Vielleicht ist meine Umsetzung dann unverständlich - oder auch einfach nur zweitrangig und ich mache mich wichtiger, als ich eigentlich bin. Sucht euch aus, was von beidem eigentlich schlimmer ist.

2. Falsche Tiefe.

Der zweite Punkte braucht mehr als einen kurzen Absatz, deshalb mache ich den jetzt, atme einmal tief durch und dann, dann, spreche ich mal darüber, was mich bei modernen Umsetzung, bzw. teilweise auch vielen modernen Stücken sehr stört. Oh, du hast also alle Worte in deinem postapokalyptischen Roman klein geschrieben und keine Satzzeichen verwendet - hat es eigentlich weh getan, als dir jemand daraufhin den Pulitzer-Preis hinterhergeschmissen hat? Kann ich mir gut vorstellen. Oder warte, vielleicht auch nicht. Ich halte mich nämlich an Grammatikregeln, voll langweilig, jedenfalls meistens, wenn's Sinn macht und so. Ich könnte da wirklich eigene Romane drüber schreiben (und eventuell wird aus dieser ganzen Geschichte auch mal ein eigener Post, in nächster Zeit), wie sehr mich dieses möchtegernintellektuelle Gehabe auf die Palme bringt.

Und das ist eben nicht nur bei Büchern ein Problem, sondern auch bei Theaterstücken. Leute, wieso nehmen sich alle so ernst? Wieso versuchen alle so krampfhaft individuell zu sein und merken dabei gar nicht, wie sehr sie in den elenden Mainstream abdriften. Das Stück hatte ein interessantes Bühnenbild und die Schauspieler waren klasse, das Drehbuch sehr nah am Original. Wie zur Hölle kann man dann so viel vollkommen deplatzierten Bullshit zwischendrin unterbringen? Das geht gegen jedwede physikalische Gesetze, sage ich euch! Aber nichtsdestotrotz. Offensichtlich ist alles möglich. 

Ich schlucke jetzt erst mal eine Blutdrucktablette und möchte bevor ich diesen Post beende noch einmal daran erinnern, dass ich größtenteils sehr positive Erinnerungen an Theatervorführungen habe. Und ich bin auch echt nicht die Art von Person, die will, dass alles in historischen Kostümen vonstatten geht oder überhaupt in irgendeiner festgelegten Art. Macht, was ihr wollt, nur bitte macht es gut. Und nehmt euch selbst nicht so ernst, wenn ihr Kunst macht - oder es zumindest versucht.

Soviel von mir. Ich kuschle mich jetzt wieder mit Tee ins Bett und versuche noch ein bisschen produktiv mit Research Methods zu werden. Ich freue mich auf eure Antworten!

Liebe Grüße,
Antonia



Über die Aktion


Die Aktion geht ein Jahr lang (bzw. 53 Wochen) und für jede Frage, die ihr mit einem eigen Post beantwortet und unter dem Ursprungspost auf meinem Blog verlinkt, wandert euer Name ein Mal in den Lostopf. Am Ende der 53 Wochen könnt ihr also 53 Mal in meinem Lostopf sein (oder 12 Mal, wenn ihr nur 12 Fragen beantwortet habt etc. pp.) und habt eine Chance darauf, im Juni 2017 ein fettes Bücherpaket zu gewinnen. Und mit fett meine ich fett. Lasst euch überraschen - aber seid sicher, dass für jeden etwas dabei ist.

- jeden Mittwoch poste ich eine Classic-Confessions-Frage
- diese müsst ihr in einem eigenen Post beantworten und meinen Blog darin verlinken
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Ihr habt bis zum folgenden Dienstag 23:59 Uhr Zeit, die wöchentliche Frage zu beantworten. Danach seid ihr natürlich immer noch gern dazu eingeladen, könnt aber nicht mehr verlinken und werdet nicht mehr gezählt.

Solltet ihr mal eine Woche ausgesetzt haben, ist das nicht schlimm. Ihr wandert so oft in den Lostopf, wie ihr teilgenommen habt - durch regelmäßiges Teilnehmen erhöht sich lediglich eure Chance auf den Gewinn.

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Die Teilnehmer


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10/12/2016

[Classic Confessions - No. 20] "Mit welchem klassischen Autor würdest du dich gern mal auf ein Gespräch und Tee treffen?"



Der Tag war lang und unruhig die letzte Nacht, weshalb ich sozusagen schon mit halbem Fuß im Bett bin. Doch natürlich kann und würde ich niemals meine Aktion überspringen, vor allem nicht, da ich am Wochenende endlich eine Liste mit der Reihenfolge aller kommenden Fragen aufgestellt habe. Also echt produktiv war. 

Ich halte die Einleitung heute trotzdem kurz, seit gestern ist nicht viel passiert, über das ich im Halbschlaf-Zustand schreiben sollte und außerdem juckt mir die Antwort auf die heutige Frage wirklich in den Fingern. Also. Los. Ohne Umschweife.


Mit welchem klassischen Autor würdest du dich gern mal auf ein Gespräch und Tee treffen?


Definitiv Heinrich Heine. Aber ohne wenn und aber. Klar, ich bin auch ein großer Bewunderer von Jean-Paul Sartre und es gibt noch einige andere klassische Autoren, deren Werke ich bewundere, aber ganz ehrlich? Definitiv Heine.

Bei Heinrich Heine kann ich mir ein Treffen mit Tee gut vorstellen - jedenfalls in dem Maße, in dem das bei einem Autor, der jetzt schon über hundert Jahre tot ist überhaupt vorstellbar ist -, denn ich bin überzeugt, dass Heine unheimlich lustig und Gesprächs-wert wäre. Und außerdem sprechen wir beide Deutsch. Das sollte man nicht außer Acht lassen. Ein Treffen mit Sartre, dem Franzosen, und mir, dem Mädchen ohne Französischkenntnisse, wäre schon eine kleine Katastrophe zum Beispiel. Und wie bereits erwähnt: Heinrich Heine, so rein aus Erzählungen und biografischen Hintergründen, wäre sicher alles andere als ein verschenktes Gespräch. Mehr ein Geschenk von einem Gespräch, wenn man es so will.

Und davon abgesehen ist ein Gespräch mit Heine natürlich allein durch den historischen Hintergrund extrem reizvoll: Der Typ hat Napoleon in Berlin einziehen sehen, die Französischen Befreiungskriege miterlebt, den Vormärz, Leute, den Vormärz und natürlich die Märzrevolution! So viel Spannung und so, so viel, was Deutschland bis heute noch prägt. Und wie es ist, im Exil zu leben, wegen einer Krankheit ans Bett gefesselt zu sein, wie es ist, eine Frau zu haben, die kein Deutsch spricht und deshalb viele Sachen gar nicht lesen kann. Ganz zu schweigen davon, wie viele große Gestalten seiner Zeit zu Heines direktem Umfeld gehörten und allein über die mehr zu erfahren natürlich auch interessant wäre. Friedrich Engels, George Sand, Alexandre Dumas, Alexander von Humboldt und so viele mehr. Muss ich eigentlich noch was dazu sagen? Heine ist eine der wahrscheinlich interessantesten Personen, mit denen man so einen Tee trinken kann. Und darüberhinaus auch einer der intelligentesten und humorvollsten. Es ist ein Jammer, dass ich ihn in der Realität nie treffen werde. Aber irgendwie auch wieder nicht, schließlich war das 19. Jahrhundert jetzt nicht gerade so prickelnd, da kann ich ehrlich gesagt auf direkte Erlebnisse verzichten und lese mich lieber ein bisschen aus sicherem Abstand rein.

Und? Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch einen klassischen Autor, bei dem ein Wunschtreffen für euch sehr reizvoll wäre? Lasst es mich wissen und schreibt einen eigenen Post dazu.

Liebst,
Antonia


Über die Aktion


Die Aktion geht ein Jahr lang (bzw. 53 Wochen) und für jede Frage, die ihr mit einem eigen Post beantwortet und unter dem Ursprungspost auf meinem Blog verlinkt, wandert euer Name ein Mal in den Lostopf. Am Ende der 53 Wochen könnt ihr also 53 Mal in meinem Lostopf sein (oder 12 Mal, wenn ihr nur 12 Fragen beantwortet habt etc. pp.) und habt eine Chance darauf, im Juni 2017 ein fettes Bücherpaket zu gewinnen. Und mit fett meine ich fett. Lasst euch überraschen - aber seid sicher, dass für jeden etwas dabei ist.

- jeden Mittwoch poste ich eine Classic-Confessions-Frage
- diese müsst ihr in einem eigenen Post beantworten und meinen Blog darin verlinken
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Ihr habt bis zum folgenden Dienstag 23:59 Uhr Zeit, die wöchentliche Frage zu beantworten. Danach seid ihr natürlich immer noch gern dazu eingeladen, könnt aber nicht mehr verlinken und werdet nicht mehr gezählt.

Solltet ihr mal eine Woche ausgesetzt haben, ist das nicht schlimm. Ihr wandert so oft in den Lostopf, wie ihr teilgenommen habt - durch regelmäßiges Teilnehmen erhöht sich lediglich eure Chance auf den Gewinn.

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[Niederländisch für Anfänger - No. 15] "Prüfungspanik"

Hallo meine Lieben!

Ist mir da nicht eine schöne Fast-Alliteration beim Titel gelungen? Eigentlich ist es ja keine Alliteration, weil es nur ein einzelnes Wort ist, aber weil es zusammengesetzt ist, liest es sich fast wie eine. Toll? Ganz toll. Und ansonsten. Ich bin ja zum Glück ganz entspannt und gar nicht nervös und der Titel ist nur wegen der schönen Fast-Alliteration der Titel des heutigen Posts. Oh man, ich würde mich ja setzen, würde ich nicht schon im Bett liegen. Ich sage euch, die ersten großen Prüfungen schaffen mich einfach. Und zwar nicht, weil ich mir so extreme Sorgen über das "Bestehen oder Nicht-Bestehen" machen müsste, sondern weil sie so unheimlich schwer einzuschätzen sind. Wo stehe ich? Wo geht es hin? Wie sieht meine Zukunft aus? Was ist der Sinn des Lebens? Fragen, die man sich eben so stellt. Leute, ich bin aufgeregt.

Aber mal ganz von Anfang an. Am Freitag schreibe ich meine erste Klausur. Der Vortest lief gut, der Lernstoff ist nicht sehr umfangreich, ich bin also an sich guter Dinge. Dann folgt eine Woche normaler Unterricht (mehr oder weniger - manche workgroups finden nicht mehr statt, aber ansonsten annähernd gewöhnlich) und dann beginnt meine erste richtige Klausuren-Woche. Ich bin eigentlich guter Dinge, aber trotz dessen machen mir solche neuen Prüfungsumstände beim ersten Mal einfach immer einen unheimlichen Kloß im Hals. Ich bin kein Fan von Veränderungen, wenn es um Prüfungs-Routinge geht. Nein, wirklich nicht. 

Was ich die letzten zwei Wochen also getan habe (und auch die nächsten zwei Wochen noch tun werde) ist also panisch durch die Gegend laufen und versuchen nicht vollkommen durchzudrehen. Gar nicht so einfach, wenn ich Angst vor etwas habe, blocke ich nämlich grundsätzlich erst einmal alles ab und beginne zu prokrastinieren. Ich arbeite mit einem bisher ganz ansehnlichen Erfolg dagegen, aber trotzdem. Meiner Meinung nach könnte es wesentlich flüssiger laufen. 

Nichtsdestotrotz: Die General Introduction-Zusammenfassung ist schon fast fertig, die von Academic Skills ist schon fertig, Research Methods mache ich gern und ist nicht so viel und Psychology in Action ist ebenfalls in Arbeit und wird zudem noch von der Tatsache unterstützt, dass ich da zusätzlich zu einer Lerngruppe gehe und den Stoff extra durchspreche. Und bisher habe ich eigentlich alle Themen verstanden und muss nur lernen und mich damit beschäftigen und wieso drehe ich eigentlich durch, so katastrophal klingt das überhaupt nicht. Aber das Panik-Prinzip ist ja bekannter Weise Teil meiner Persönlichkeit. Also. Panik. Prüfungen. Aaaah. 

Sollten die Posts im Oktober übrigens etwas mau ausfallen, dann liegt es primär daran. Die Classic Confessions kommen immer noch regelmäßig - wie vielleicht festgestellt - und ich gebe mir Mühe, Kommentare zu beantworten und es mit den Niederländisch für Anfänger-Posts auch so zu halten, aber so ein Prüfungs-Stress (obwohl ich eigentlich ja ganz gut vorbereitet bin) schlägt mir immer Wahnsinnig auf die Nerven und vor allem auf den Kopf, weshalb er sich jetzt gerade zum Beispiel wie ein überbelasteter Luftballon anfühlt. Und angesichts dieser Tatsache mal ein Slow-Clap. Konzentration fällt nämlich gerade ein bisschen schwer.

Ansonsten läuft es aber mit dem Schreiben für's Buch immer noch flüssig. Seit Oktober bemühe ich mich ja um 3 Seiten pro Tag (September waren es noch 2), was dafür, dass ich ja momentan 24/7 Kopfschmerzen habe, relativ erfolgreich seinen Lauf nimmt. Mir war natürlich schon ein wenig bewusst, dass ich vielleicht nicht immer die 6 Tage pro Woche schaffe, aber 5 sind meist drin und wenn, dann grundsätzlich immer mehr als 3 Seiten - also durchaus erfolgreich bisher, muss man auch mal lobend erwähnen.

Das sind eigentlich auch die zwei Hauptaspekte, um die meine Gedanken momentan rotieren. Schreiben und Zusammenfassen. Zusammenfassen und Schreiben. Mehr Schreiben als Zusammenfassen. Aaah, Prokrastination. Aber das wird schon.

Ich verabschiede mich für heute (beziehungsweise für heute ein wenig verspätet, weil ich noch etwas anderes schreiben musste) von euch und melde mich später am Tag mit den Classic Confessions zurück.

Alles Liebe,
Antonia
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10/05/2016

[Classic Confessions - No. 19] "Was hältst du von Klassiker-Fanfictions?"



Seit eineinhalb Stunden (eineinhalb Stunden!) bin ich jetzt schon wach, am arbeiten und immer noch im Bett, weil halb acht Uhr Morgens einfach keine Uhrzeit ist, um die ich mich schon von meiner warmen Decke trennen kann. Und mein Schreibtisch liegt momentan voll mit Blöcken, Büchern, Manuals und Zusammenfassungen. Prüfungsphase, Leute. Meh. Ich habe bereits im September-Rückblick angekündigt, dass der Oktober vom Schreiben und von meiner Prüfungsvorbereitung dominiert werden wird, obgleich es zumindest bei Letzterem einen eindeutigen Lichtblick gibt (Bei Erstem gab es ja erst gar nicht wirklich Schatten, also von daher...): Eine Freundin hat mir das Wochenende gerettet, indem sie mir ihre Zusammenfassungen für General Introduction to Psychology geschickt hat, woraufhin ich mich mit ihr geeinigt habe, dass ich die Zusammenfassung für Research Methods und Academic Skills mache und ihr gebe (und eventuell Psychology in Action). Nun. Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass man ja ohne Zusammenfassung den Lerneffekt selbst ein bisschen vermisst. Dem habe ich entgegenzusetzen, dass ich die Kapitel ja auch gelesen, auch durchmarkiert und auch die Aufgaben dazu beantwortet habe. Es ist also nicht so als wäre der Stoff, den ich von meiner Freundin komprimiert bekomme, Neuland und ich hätte mich noch nie damit beschäftigt. Und davon abgesehen. Eine Woche vor den Prüfungen, in denen ich - wenn mein Zeitplan aufgeht und das sollte er - nichts anderes machen muss als lernen, weil die Zusammenfassungen und Assignments dann alle fertig sind. Sorry not sorry, aber den Luxus nehme ich mit Handkuss.

Diese ganze Geschichte hat jedenfalls einen wahnsinnigen Zeitdruck aus meiner Vorbereitung herausgenommen, weshalb ich nicht vierundzwanzig Stunden am Tag am Schreibtisch hocken und auf mein Psychologie-Buch weinen muss. (Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Studium immer noch, aber Leute, Leute, ist das viel Zeug, das zusammengefasst werden muss - ich schwör's euch.) Was so viel heißt wie: Ich kann tatsächlich auch meinen Schreibplan einhalten, das Bloggen muss nicht vollkommen einschlafen und ja, wo wir gerade von Schlaf reden, den bekomme ich auch noch. Der Oktober war bis hierhin ein vollendeter Erfolg, sozusagen.

(Apropos: Vielleicht ist es dem ein oder anderen gestern aufgefallen, aber ich habe sozusagen meinen Niederländisch für Anfänger-Post geschwänzt. Nehmt es mir nicht krumm, aber es gab nicht sonderlich viel zu berichten - außer dass mein Zeitplan entschärft wurde und das war einfach irgendwie keinen kompletten Post wert. Und ich war enorm müde. Das hat vielleicht auch ein bisschen mit reingespielt. Nächste Woche geht's dann wieder weiter mit Niederländisch für Anfänger und ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich vor meiner ersten kommenden Klausur komplett am Durchdrehen bin. Jetzt jedenfalls erst einmal zu den Classic Confessions:)


Was hältst du von Klassiker-Fanfictions?


Bevor irgendjemand vor dieser Frage Reißaus nimmt weil "Hä? Was ist denn eine Klassiker-Fanfiction, Antonia?", nehme ich mir einfach mal die Zeit und erkläre, was ich damit meine: Klassiker-Fanfictions sind für mich Bücher, die Charaktere aus Klassikern (zum Beispiel Sherlock Holmes etc.) übernehmen und dann eine eigene Umsetzung, einen eigenen Plot etc. dazu entwickeln. Diese Fanfictions werden - im Gegensatz zu den meisten Fanfictions moderner Bücher und ja, auch moderner Klassiker - auch relativ gut veröffentlicht. Beispiele hierfür wären zum Beispiel Stolz und Vorurteil und Zombies von Seth Grahame-Smith und Young Sherlock Holmes von Andrew Lane. Gerade Zombie-Bücher mit Klassiker-Hintergrund und Sherlock-Holmes-Variationen boomen momentan, wenn ihr mich fragt, ganz gewaltig. Und es würde mich sehr interessieren, ob ihr selbst solche Bücher kennt und wenn ja, lest und mögt.

Ich habe zu Klassiker-Fanfictions eigentlich eine gute Meinung. Und das liegt primär daran, dass ich zwar dafür bin, Bücher generell mit Respekt zu behandeln, ich es aber ebenfalls wichtig finde, sich mit ihnen zu beschäftigen und den Stoff nicht einstauben zu lassen. Und wenn das in Form von veröffentlichten Fanfictions geschieht, dann wieso eigentlich nicht.

Ich bin persönlich einfach kein riesiger Zombie-Fan, deshalb entschließt sich mir persönlich die ganze Faszination dafür ein wenig und deshalb auch vieles, was da mit Janes Austens Werken veranstaltet wird. Aber Sherlock Holmes Fanfictions jeder Art finde ich einfach großartig. Nicht zuletzt, weil mich die BBC-Serie Sherlock zu einem riesigen Fan gemacht hat und mir die herrliche Besessenheit der ganzen Sherlock Holmes-Fandom einfach so gut gefällt. Ich glaube, es gibt kaum eine Fangemeinde, die über so viele Jahre so durchgängig präsent und besessen von einer Buchreihe war. Und das ist und bleibt einfach herrlich.

Ich habe Young Sherlock Holmes vor etlichen Jahren mal angefangen und dieses Buch (beziehungsweise diese Buchreihe) bringt mich auch auf die Frage, da sie mir sehr positiv im Gedächtnis hängen geblieben ist. Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich da immer noch nicht weitergelesen habe (zu viele Bücher, zu wenig Zeit), aber gut war sie auf jeden Fall - zumindest der Anfang. 

In jedem Fall gilt für mich bei dieser Frage: Alles, was Spaß macht und keinem weh tut ist in Ordnung. Ob Jane Austen sich das mit den Zombies mal hätte träumen lassen, ist wahrscheinlich fraglich, aber da ich regelmäßig mit der "Tod des Autors"-Theorie liebäugele, finde ich es auch generell zweitrangig, ob Jane Austen die Weiterverarbeitung ihres Werkes so gewollt hätte oder nicht. (Wer diese Literaturtheorie nicht kennt, darf hier mal kurz bei Wikipedia vorbeischauen und die eigene literarische Allgemeinbildung ausbauen - es lohnt sich, diese Theorie ist sehr interessant.) Arthur Conan Doyle hätte wahrscheinlich die moderne Umsetzung eher mit einem Schulterzucken hingenommen, die Sherlock Holmes-Fangemeinde, wie bereits erwähnt, hat bereits eine lange Historie an Besessenheit, ich denke, das hätte ihn eher wenig verstört.

So und nun seid ihr an der Reihe: Was haltet ihr von Klassiker-Fanfictions? Gut? Schlecht? Respektlos? Respektvoll? Lasst es mich wissen, ich freue mich sehr über eure Beiträge.

Liebe Grüße,
Antonia


Über die Aktion


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9/28/2016

[Classic Confessions - No. 18] "Besitzt du neben normalen Klassikern auch Zusatzbücher ÜBER Klassiker?"



So, nachdem ich heute morgen wie ein vorbildlicher Student meine Academic Skills-Assignments erledigt und mich zwangsweise drangesetzt und meinen Wäscheberg abgearbeitet habe, melde ich mich nach einem langen Tag wieder mit den heutigen Classic Confessions zurück. Ich fasse mich kurz, weil das spektakulärste am Tag meine Wäsche war. Was sich jetzt irgendwie viel ironischer anhört, als es eigentlich ist. Die Wäsche war nämlich wirklich dramatisch. Beziehungsweise: Sie war sehr, sehr, sehr überfällig. Und damit meine ich wirklich überfällig, ihr habt ja keine Ahnung. Ich schwöre auf Heines Deutschland. Ein Wintermärchen.: Mein Schrank war leer. Bis auf zwei Pullover, von dem ich heute einen getragen habe. Und ich will ja nicht sagen, ich ertrinke in Kleidung, aber Not daran habe ich für gewöhnlich auch nicht. Jetzt sitze ich jedenfalls da und sehe mir meine zwei vollen Wäscheständer mit komplett dunklen Klamotten an (heute war ich gezwungen einen pinken/pflaumenfarbenen (?) Pullover anzuziehen und meine dunkle Ästhetik zu durchbrechen, ein Jammer). Jetzt verstehe ich auch, dass meine Mutter immer ganz fasziniert ist, wenn ich den einen hellen Pullover trage, den ich besitze. Der Rest ist nämlich echt dunkel. Wie meine Seele. Woahahahahaha.

Morgen kommt eine Freundin zu Besuch, weshalb ich nicht vergessen darf, vor der Uni mein Zimmer zu saugen, aufgeräumt ist seit gestern wieder. Oh, die wilden Tätigkeiten des Erwachsenenlebens. Abwasch, Wäsche - ich bin ein Häkeldeckchen vom ersten Schritt Richtung schrullige alte Katzendame entfernt. Großartig, der Plan geht auf.

Wie dem auch sei. Mehr spannende Abenteuer sind in meinem Leben wirklich nicht passiert und werden auch in nächster Zeit nicht passieren. Und bevor ich heute Abend meine Assignments für morgen mache und meine Socken zusammenlege (viel weniger ironisch, als ich es gern hätte - glaubt mir, ich habe hier einen Sockenhaufen direkt aus dem Trockner): Die heutige Classic Confession.


Besitzt du neben normalen Klassikern auch Zusatzbücher ÜBER Klassiker?



Tatsächlich, das tue ich. Ich weiß nicht, ob ihr diese großen quadratischen Bücher kennt (oh, was für eine präzise Beschreibung), die immer einen gewissen Fachbereich zum Thema haben und dann "Das Philosophie Buch", "Das Politik Buch", "Das Wirtschafts Buch", "Das Religions Buch" etc. pp. heißen. Jedenfalls werden in diesen Büchern für gewöhnlich die wichtigsten Theorien, Aspekte, Gedanken zu dem jeweiligen Themengebiet erklärt und ich habe mich während meinem Philosophie-Unterricht in der Oberstufe sehr in "Das Philosophie Buch" verliebt, weil das für einen Grobüberblick vor Arbeiten und Vorträgen teilweise echt hilfreich war (dicke Empfehlung an dieser Stelle). Und bei einem Streifzug durch den Erfurter TK Maxx habe ich nicht nur "The Philosophy Book" (das aus fachlichen Gründen natürlich 100%ig mitmusste) sondern auch "The Shakespeare Book" und "The Sherlock Holmes Book" gefunden (alle drei sind - wie vielleicht bereits aus den Titeln abzuleiten auf Englisch). Zu meiner Verteidigung: Die Bücher sehen sehr schön aus, sie waren sehr günstig und hallo Sherlock Holmes und Shakespeare - da kann man mir nun wirklich keinen Vorwurf machen.

Ansonsten hält es sich mit den Zusatzbüchern ein bisschen in Grenzen. Ich habe während meiner ganzen Schulzeit - muss ich jetzt einfach mal loswerden - noch nie einen Lektüreschlüssel benutzt. Und habe auch keine Freunde, die Lektüreschlüssel für Bücher benutzt haben. Das ist in Thüringen (beziehungsweise an meiner Schule, ich kann ja schlecht für ganz Thüringen sprechen) einfach nicht üblich - obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass es jetzt einige Leute aus anderen Bundesländern gibt, die einige Lektüreschlüssel Zuhause rumliegen haben. 


Es würde mich jedenfalls wirklich mal interessieren, wie ihr zum Thema Zusatzbücher zu Klassikern steht. Wer sich professionell mit ihnen beschäftigen will, wird darum wahrscheinlich gar nicht herumkommen. Und ich bin ein großer Freund von Zusatzliteratur, die einem noch mal einen ganz anderen Blick hinter die Kulissen gewährt. Also haltet euch nicht zurück. Habt ihr was im Regal herumkullern? Oder sieht es - ähnlich wie bei mir - doch sporadisch damit aus?

Liebe Grüße,
Antonia



Über die Aktion


Die Aktion geht ein Jahr lang (bzw. 53 Wochen) und für jede Frage, die ihr mit einem eigen Post beantwortet und unter dem Ursprungspost auf meinem Blog verlinkt, wandert euer Name ein Mal in den Lostopf. Am Ende der 53 Wochen könnt ihr also 53 Mal in meinem Lostopf sein (oder 12 Mal, wenn ihr nur 12 Fragen beantwortet habt etc. pp.) und habt eine Chance darauf, im Juni 2017 ein fettes Bücherpaket zu gewinnen. Und mit fett meine ich fett. Lasst euch überraschen - aber seid sicher, dass für jeden etwas dabei ist.

- jeden Mittwoch poste ich eine Classic-Confessions-Frage
- diese müsst ihr in einem eigenen Post beantworten und meinen Blog darin verlinken
- dann müsst ihr die URL als Link unter meinem Post teilen
- fertig, euer Name ist in den Lostopf gewandert!

Ihr habt bis zum folgenden Dienstag 23:59 Uhr Zeit, die wöchentliche Frage zu beantworten. Danach seid ihr natürlich immer noch gern dazu eingeladen, könnt aber nicht mehr verlinken und werdet nicht mehr gezählt.

Solltet ihr mal eine Woche ausgesetzt haben, ist das nicht schlimm. Ihr wandert so oft in den Lostopf, wie ihr teilgenommen habt - durch regelmäßiges Teilnehmen erhöht sich lediglich eure Chance auf den Gewinn.

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9/21/2016

[Classic Confession - No. 17] "Gibt es einen Klassiker/klassischen Autor, an den du dich (noch) nicht herantraust?"



Ich bin heute nach dem Abendessen in der Mensa mit einer Freundin kurz zum Einkaufen, anschließend nach Hause geradelt, habe bei der lieben Familie in Deutschland video-angeklingelt und ein bisschen Zeit auf YouTube verplempert (don't judge, meine Uni ging heute recht spät los, weshalb mein Forest-Produktivitätszähler schon ganze fünf Stunden und 20 Minuten dokumentiert, die ich heute Vormittags - primär für Academic Skills und beim Aufräumen in der Küche - gearbeitet habe. Also. Nichts will ich hier hören!) und es hat doch tatsächlich eine halbe Stunde Quer-durch-den-Gemüsegarten-Rockplaylist gedauert, bis mir jetzt (21:00 Uhr!!!) eingefallen ist, dass ja Mittwoch ist. Ich bin den ganzen Tag schon bei Dienstag oder Donnerstag, aber irgendwie nicht bei Mittwoch. Und Mittwoch, Mensch, da war doch was. 

Heute sei es mir aber wirklich verziehen, mein Gehirn gibt schon den ganzen Tag keine Glanzleistungen von sich (obwohl das Research Paper Abstract, das ich heute geschrieben habe, on point war - nur mal nebenbei bemerkt. Leute, es sind echt die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen, ich sag's euch.) und das liegt ausnahmsweise mal nicht an einem Psychology in Action-Kapitel, an dem ich mir die Zähne ausbeiße (Perception war im Gegensatz zu Sensory voll human, aber vielleicht gewöhnt man sich auch nur dran.) (Es macht übrigens unheimlich viel Spaß mit englischen Begriffen für meine Studieninhalte durch die Gegend zu werfen, obwohl das die wenigsten verstehen. Wie gesagt. Die kleinen Freuden.). Heute liegt es daran, dass bei mir gestern der halbe Vorlesungssaal fleißig Bazillen verteilt hat und der Temperatursturz mich am Montag ein bisschen hat frieren lassen. Aufwachen mit geschwollenen Mandeln und dem paradoxen Zustand, gleichzeitig viel zu warm und viel zu kalt zu sein. Herrlich. Also habe ich mich selbst mit Smoothies und Pfefferminztee zurück auf die Höhe gezogen, aber manchmal funkt das nicht so vollkommen und dann fällt einem erst nach dem Sandmännchen auf, dass da ja eine Aktion läuft. Ist jedenfalls alles nicht dramatisch, nur unheimlich nervig. Ich hasse Erkältungen. (Aber der Herbst ist trotzdem toll.)

Ich habe mich übrigens - bevor es jetzt aber wirklich zum Wesentlichen geht - sehr über die gut durchdachten Antworten zur letzten Frage gefreut und bin ganz froh, dass sie mit so perplexem Interesse aufgenommen wurde. Löblich, löblich. Heute wird es wieder ein wenig weniger (was eine Schein-Alliteration) bildungspolitisch, aber deshalb noch lange nicht weniger interessant.


Gibt es einen Klassiker/klassischen Autor, an den du dich (noch) nicht herantraust?


Diese Frage kam mir im Laufe der letzten Woche und hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob jeder auf Anhieb versteht, was genau sie meint, deshalb erkläre ich es vorher noch einmal kurz: Es geht um Werke, von denen man denkt, dass man ihnen selbst nicht gewachsen ist. Über denen eine gewisse Ehrfurcht liegt, die vielleicht überhaupt nicht so ausgeprägt da sein müsste.

Mir ist in meiner Schulzeit aufgefallen, dass es viele Leute gibt, die einen (teilweise vollkommen unbegründeten) ängstlichen Respekt vor gewissen Werken haben. Okay, bei manchen Leute trifft das vielleicht auf Klassiker im Generellen zu, aber irgendwie interessiert mich das Thema auf gewisse Werke bezogen doch. Bestes Beispiel: Faust II. Irgendwie hatte ich das Gefühl, das ist so ein Buch, bei dem dir deine ganze Schullaufbahn über hinweg erzählt wird, dass es für die breite Masse sowieso in Sphären schwebt, die intellektuell niemals erreicht werden. Mag vielleicht auch stimmen, aber trotzdem. Muss man vor dem Buch Angst haben? Und macht die Angst, die man davor hat, nicht zumindest prozentual ein bisschen die eigentliche Schwierigkeit aus? Und sind wir es damit selbst nicht, die uns unterbuttern und Grenzen bauen? Und - meine Freunde - dämmt das nicht im Endeffekt auch die eigene Intellektualität? (An dieser Stelle übrigens das Wort "Intellektualität" ohne sonstige Ironie, ich meine das im wahrsten Sinne des Wortes und nicht überzogen ins Lächerliche.) Ihr seht schon, ein Thema über das wir mal sprechen müssen.

Vielleicht geht es in dieser Erfahrung auch nur mir so und alle anderen Teilnehmer schlagen jetzt die Hände in die Höhe und fragen sich: "Wovon redet die überhaupt? Ist mir vollkommen fremd." - Auch okay, würde ich auch gern wissen, wenn das bei euch so ist. Wirklich, auch dieses Thema liegt mir schon lange im Redebedarf-Speicher. Vor allem, weil es mir gehäuft in den letzten paar Jahren aufgefallen ist und ein Grund, weshalb ich die Classic Confessions ins Leben gerufen habe. Man braucht sich nämlich bei Büchern vor nichts zu fürchten. Außer vielleicht geknickte Außenumschläge, das kann ich voll uns ganz nachvollziehen. Aber Hamlet zum Beispiel? Nein, ganz bestimmt nicht. Hamlet ist klasse und auch nicht so literarisch abgehoben, dass man nach dem ersten Akt in Tränen der Verzweiflung ausbrechen muss. Trotzdem gehen manche Leute allein bei der beiläufigen Erwähnung von Hamlet als momentanen Lesestoff ehrfürchtig auf die Knie. Was? Wieso? Habt ihr das Buch überhaupt mal aufgeschlagen? Keine Panik! 

Aber ich möchte nicht verurteilen, denn es gibt tatsächlich auch Bücher, vor denen es mich immer noch ein bisschen scheut, wenn ich ehrlich sein soll. Irgendwie habe ich einen unbegründeten Respekt vor Marcel Proust, obwohl ich mir, wenn ich genauer darüber nachdenke, vollkommen sicher bin, dass ich beim Lesen keine Probleme hätte. Aber man - ich auch - schnappt eben hie und da irgendwelche Informationen über den Anspruch eines Werkes auf und liest aus Versehen Zeitungsinterviews von Leuten in seinem Alter, die bereits als der literarische Nachwuchs Deutschlands gefeiert werden, und mit 18 intellektuell tiefgründige literarische Ambitionen über das Auseinandernehmen von Marcel Proust führen und dann sitzt man selbst da und denkt daran zurück, was man selbst gemacht hat, als andere Marcel Proust literarisch zerschlagen wollten. Antwort ist übrigens: 6 Staffeln Supernatural schauen in einem Monat. Nicht jeder kann zwei Wochen am Stück täglich zwölf Stunden Supernatural schauen, das erfordert auch Disziplin. 
Dieses Zeitungsinterview inspirierte mich übrigens zur Teilnahme am selben Wettbewerb, den diese Person schon zwei Mal gewonnen hatte, weil "Ich kann das nicht, ich schaff das nicht, ich habe sowieso nichts, was ich... Und die Zeitspanne ist viel zu... Aber ich werde da sowieso nicht... Okay. Okay, ich mach's." und drei Mal dürft ihr raten, wer den Wettbewerb geowned hat und wer nicht. Und noch mal dürft ihr raten, wer danach ein Zeitungsinterview über den selben Wettbewerb hatte und es tatsächlich hinbekommen hat, nicht ein einziges Mal irgendeinen belanglosen, substanzlosen Mist über das Schaffen einer neuen Literaturepoche zu labern.
Jedenfalls, Wettbewerb gewonnen hin, Wettbewerb gewonnen her, ich habe immer noch ein bisschen Scheu vor Marcel Proust, weil er für mich den Lesestoff der "intellektuellen" Elite darstellt, bei der ich mich manchmal selbst erinnern muss, dass ich sie ohne Probleme wegstecken kann. Aber ich finde es wichtig, sich über seine eigenen "Ich kann das nicht"-Grenzen Gedanken zu machen, weil sie oft keine rationale Begründung haben und Marcel Proust eben auch nur Marcel Proust ist und Franz Kafka nur Franz Kafka und Faust II nur Faust II und Hamlet, na ja, eben auch nur Hamlet. Keine Panik. 

Ich hoffe, ich stehe mit diesen Zweifeln und ehrfürchtigen Buch-Herausforderungen (?) nicht allein da und ich kann dieses irrationale Gefühl, Angst vor gewissen Büchern zu haben, mit jemandem teilen. In jedem Fall möchte ich jedenfalls einfach nur sagen: Auch die Organisatorin von dieser Klassiker-Fragerunde fühlt sich dem ein oder anderen Schätzchen nicht gewachsen. (Ach ja und an alle Marcel Proust-Leser unter euch: Ist er so schwierig? Ich hatte nämlich noch nie einen in der Hand. Einfach nur unbegründeter Respekt. Klärt mich auf!)

Liebe Grüße,
Antonia


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9/14/2016

[Classic Confessions - No. 16] "Brauchen wir Klassiker in der Schule?"



Ich melde mich heute mal ein bisschen später mit den wöchentlichen Classic Confessions zurück. Verzeiht, dass der Beitrag erst nach dem Sandmann gekommen ist, aber Mittwoch ist mein langer Uni-Tag und der freie Vormittag wurde einfach rotzfrech von meiner Academic Skills-Vorbereitung geschluckt. Kann man das fassen? Kann man das fassen? Ja. Leider schon. Bei uns hängt nun immer öfter das Wort "Examen" in der Luft und ich werde jetzt schon ganz nervös. Examen? Welche Examen? Oh, die Mitte Oktober. Jahahahaa. Nein. Bitte nicht. Ernsthaft. Heute stand wieder Textanalyse in Academic Skills auf dem Plan und das lief schon wesentlich besser als beim letzten Mal, aber das reicht uns noch nicht! Und deshalb werden demnächst Paper analysiert als gäbe es keinen Morgen. Ich hätte nämlich gern, dass das erste Examen läuft und nicht kriecht, wenn ihr versteht, was ich meine.

Jedenfalls versuche ich momentan neben meinem normalen Uni-Ausarbeitungsstoff Kapitelzusammenfassungen zu erstellen, die ich vor allem für Research Methods und General Introduction to Psychology brauche (und auch ein bisschen für Psychology in Action - aber da geht's noch) und deshalb sitze ich bei Gilmore Girls immer noch irgendwo in der zweiten Staffel fest. Aber der Blog läuft und geschrieben wird auch. Also alles tutti, soweit.

Musste eben übrigens meine Einleitung kurz unterbrechen - weshalb es jetzt noch eine Dreiviertel Stunde später ist als ich eigentlich angefangen habe, weil ich mein erstes WG-Meeting hatte und jetzt erst mal der Saubermach-Plan verteilt wurde. Ratet mal, wer diese Woche Küchendienst hat - ganz genau. Ich hier. Jetzt sitze ich jedenfalls wieder mit meinem frisch aufgebrühtem Pfefferminztee auf dem Bett und tippe was das Zeug hält, weil noch ein bisschen Rechnen für Research Methods auf mich wartet... Hach, das Unileben. Deshalb: Nicht mehr länger verzagen und gleich drauf los. Die heutige Classic Confession, da ist sie:


Brauchen wir Klassiker in der Schule?


Das ist sicher eine Frage, die gerade in der breiten Mitte der Gesellschaft durchaus polarisieren kann und die manchmal auch direkt im Deutschunterricht behandelt wird (bei uns damals auch - übrigens). Da mich aber diese Frage und vor allem eure Antworten (und vielleicht auch eine kleine Diskussion? Na? Naaaa?) ziemlich interessiert, kann ich sie mir auch bei den Classic Confessions nicht sparen.

Also. Es ist die altbekannte Frage: Brauchen wir die alten Schinken der Weltliteratur tatsächlich im Deutschunterricht oder kann man Goethe und Schiller auch mit John Green und J.K. Rowling ersetzen? Ich möchte - sollte man an dieser Stelle vielleicht erwähnen - übrigens definitiv nicht allen Schülern eine Literatur- oder Klassikerverdrossenheit unterstellen - wirklich nicht, dann müsste ich mich als ehemaligen Schüler ja auch mit einkringeln und das wäre schon ganz schön dreist gelogen. Klar, manche würden wahrscheinlich spontan lieber auf alles, was nur mit dem Wort "Lesen" zusammenhängt verzichten und lieber - keine Ahnung - lernen, wie man Bafög-Anträge ausfüllt, aber es gibt - ich erwähne es noch mal - auch viele großartige Ausnahmen, die Lesestoff (Klassiker oder nicht) wesentlich aufgeschlossener gegenüberstehen.

Die Sache ist nun die. Ich war ein Schüler, der immer sehr viel Spaß an Klassikern (oh, wer hätte es gedacht?) und in der Oberstufe auch unheimlich viel Glück mit der Deutschlehrerin hatte. Weshalb ich da natürlich auch ein bisschen vorbelastet herangehe. Ich persönlich halte es aber nicht nur für angenehm und spannend Klassiker zu lesen und dann literarisch zu analysieren (wirklich, das fehlt mir aus der Oberstufe wahrscheinlich so am meisten), ich halte sie auch für wichtig. Nicht, weil sie uns Dinge beibringen können - das können viele "moderne" Bücher auch, sondern weil sie an sich einfach etwas sind, mit dem man sich beschäftigen sollte. Wir leben in einer Zeit, in der Bildung immer praktischer und immer effizienter werden muss und ich stehe dieser Tendenz wirklich kritisch gegenüber. Man schreit immer nach dem Lernen vom Formular-Ausfüllen in der Oberstufe statt Algebra und dem Aufbau der Zelle und - na ja - eben auch Klassikern und alle nicken und finden das total super. Leute, ich finde das persönlich nicht total super. Dieses ganze "Die Schule bereitet mich nicht auf's Leben vor"-mimimi-Rumgeheule geht mir wirklich auf den Sender. Niemand kann einen auf's Leben vorbereiten. Beim Leben geht es nicht darum, vorbereitet zu werden, sondern sich flexibel drauf einstellen zu können. Alle wollen immer einen Plan, aber bloß alle Freiheiten. Das ist ein grundfalsches Denken und ich finde es wirklich nervtötend. Wenn alle Studienanfänger bei ihren Bafög-Anträgen verzweifeln, ist das kein Problem, das die Schule künftig gefällig lösen sollte, sondern das verdammte Bafög-Amt. Ernsthaft, ich will mein Studium finanzieren, kein mexikanisches Drogenkartell aufbauen - so schwer kann das doch nicht sein, wie man es macht.

Warum ich eben so in diese Thema "Schule allgemein" ausgeschwenkt bin, hat damit zutun, dass dieses langsam aber sicher verloren gehende "Lernen um des Lernens willen"-Konzept, das immer mehr von Produktivität und Effizienz verdrängt wird, besonders bei Klassikern/keine Klassiker eine Rolle spielt. Ich finde, manche Bücher sollte man einfach lesen, weil man eine generelle Schulbildung genießt. Klar, wir müssen mit Faust II nicht schon in der 6. Klasse anfangen, aber es schadet absolut nicht, sich mal mit diesem großen, komplizierten, hochanspruchsvollen Werk beschäftigt zu haben. Ist es anspruchsvoll? Klar. Ist ja auch Faust II. Muss man deshalb Angst davor haben? Nein. Und darum geht es eigentlich. Die Reaktion meines Kurses als ich nebenbei erwähnt habe, dass ich am Wochenende Hamlet gelesen habe, weil mir der Filmausschnitt, den wir uns angesehen haben, so gut gefallen hat, hat mich damals so schockiert - das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Gut, ich war sowieso immer der Deutsch-Nerd. Aber davon abgesehen war da irgendwie schon ein bisschen die Stimmung, als hätte ich etwas Übermenschliches geschafft. Und mal ganz ehrlich. Hamlet. Macht euch nicht ins Hemd. Das ist nun weiß Gott nichts, wo auf halber Strecke spontan der Kopf implodieren muss. Aber wenn man sich nie damit beschäftigt hat, wenn man nie zumindest Ausschnitte aus Werken gelesen hat, die literarisch schwer zu verstehen sind, dann hat man viel mehr Tendenz dazu sein Leben lang Angst vor komplizierten Texten zu haben. Und das betrifft nicht nur, wenn der ehemalige Schüler plötzlich seine spontane Liebe zu Marcel Proust entdecken will sondern auch, wenn man sich mal überheblichen Behördenbriefen gegenübersieht. Beamtendeutsch, ach ja. Aber wer sich durch Antigone gekämpft hat weiß, er hat schon ganz andere Dinge geschafft.

Ich finde es vollkommen okay und sogar sehr begrüßenswert, moderne Bücher zu lesen. Vielleicht nicht unbedingt Die wilden Hühner - das kann jeder für sich Zuhause in seiner Freizeit machen - aber es gibt wirklich Literatur, von der ich mir gewünscht hätte, mehr Leute wüssten von ihr. Zum Beispiel die Biografie von Malala Yousafzai, die ich jedem nur aus tiefster Seele ans Herz legen kann. Aber solche Bücher gehören auch irgendwie in den Philosophie-, Sozialkunde- oder Geschichtsunterricht. Fächer, in denen eigentlich nie gelesen wird - was ebenfalls ein Fehler ist. Deutsch kann und sollte nicht alles abdecken. Und wenn es dass dann übergreifend auf die Nazi-Zeit doch mal versucht, müssen sich alle durch Als Hitler das rosa Kaninchen stahl quälen. Ich habe das Buch nie gelesen, aber die Parallelklasse und die waren alle nicht wirklich begeistert. Wäre mit Die Bücherdiebin nicht passiert. Ich sag's ja nur. Aber da sind eigentlich auch nicht die Deutschlehrer (oder zumindest nicht nur die Deutschlehrer) gefragt, sondern auch die Bildungsministerien, die immer mehr kürzen und kürzen, dass man am Ende gar keine Zeit mehr hat, sich überhaupt ordentlich mit Dingen auseinanderzusetzen, die das eigentlich bitter nötig haben.

Aber um noch einmal auf die Klassiker zu kommen: Bildung um der Bildung willen. Fand ich Faust toll? Nicht wirklich. Wie viel hat mir Bahnwärter Thiel für mein Leben mitgegeben? Ein bisschen, aber wir wollen es mal nicht übertreiben. Es gibt immer Bücher, die einen mehr bewegen, und viele sind - klar - auch erst in den letzten Jahren veröffentlicht wurden. Aber das ist nun mal Schule und Bildung und eben nicht Freizeitlektüre. In den ersten Jahren sollte es zwar noch die Aufgabe von Schulen sein, die Kinder zum Lesen zu bringen, aber später, wenn es auf den Abschluss zugeht, sollte man eben auch irgendwo Angst vor Klassikern nehmen. Hört endlich auf, alles mit praktischen Antworten fürs spätere Leben rechtfertigen zu wollen - von Matheaufgaben bis zur Leseliste - es nervt. Das ist doch gerade das Schöne an der Schulzeit, das ganze Praktische holt euch noch früh genug ein. Und in der Zwischenzeit sollte man ein bisschen Berührungsängste zu Themen abbauen, andere Zeiten und andere Perspektiven kennenlernen und manchmal auch einfach nur lernen ein Urteil über Dinge zu bilden. Man muss nicht alle Klassiker gern gelesen haben, man muss am Ende nur sagen können wieso und nicht einfach nur in Unverständnis stagnieren. Das macht Menschen angreifbar und zieht in gewisser Weise auch gesellschaftliche Grenzen. Klar, niemand wird ausgegrenzt, weil er Antigone nicht verstanden hat, aber ich glaube fest daran, dass es am Ende immer noch Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gibt, wenn man es tut. Und das ist wichtig.

Natürlich lässt sich diese Frage nicht einfach an einem Mittwoch Abend in einer Stunde beantworten und sie ist viel komplexer und lädt wirklich zu einem offenen Gespräch ein. Es gibt viele Sichtweisen, die man auf Bildung und Schule haben kann und ich würde zu diesem Thema gern eure hören. Also, macht mit. Ich freue mich sehr auf eure Beiträge.

Liebe Grüße,
Antonia



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Kommet und sehet und staunet und gehet, aber lasst bitte euren Kommentar und euren Link mit Fragenbeantwortung da um in den Lostopf zu wandern und euren Blog mit der Anwesenheit dieser unkultiviert kultivierten Blogaktion zu bereichern.
3. Jacquy
4. Alina

Too late, but still awesome:

5. Lumina

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9/09/2016

LIEBSTER award #4


Ich melde mich noch einmal kurz zurück, bevor ich ein bisschen Hausarbeit mache und dann zu meiner letzten Vorlesung der Woche und ein bisschen Arbeit vor dem Wochenende an die Uni verschwinde (spannend, spannend, spannend - ich weiß). (So viel dazu übrigens: Der Post ist länger geworden als geplant, deshalb ist die Hausarbeit noch nicht fertig und nach dem Mittag geht es dann aber wirklich los mit der Uni-Arbeit - versprochen!) Der heutige Post fällt definitiv unter die Kategorie "Dinge, von denen ich nicht wusste, dass sie praktisch schon ewig auf meiner Blog-To-Do-Liste stehen, und bei denen ich positiv überrascht wurde, dass sie es tun" - ich wurde getaggt. Und ich habe es vergessen. Oh, Schande über mich. (Pro Tipp an mich selbst: Ich sollte mir Tags immer aufschreiben. Zumal irgendwo noch ein zweiter herumliegt - das weiß ich genau -, also wundert euch nicht, wenn im Laufe der nächsten Woche schon der nächste kommt.) Und das passiert gerade mir, wo ich Tags doch so heiß und innig liebe und sie super gern beantworte. Ach, es ist aber auch zum Verrücktwerden. 

Getaggt wurde ich von der lieben Alina von alina schreibt, die ihr hier auf ihrem momentan mehr schreiblastigen als buchlastigen Blog besuchen könnt. Und ich erwähne das deshalb, weil das Schreiben über Schreiben auf Buchblogs noch viel zu wenig eine Sache ist und ich den November dieses Jahr fast gar nicht mehr erwarten kann, wenn wir im Zuge des NaNoWriMo endlich mal wieder ein bisschen mehr darüber reden. Also. Besucht sie. Ihr Blog ist sehr schön und noch viel zu wenig abonniert!

Nachdem wir das also geklärt hätten, kann es nun ans Eingemachte gehen. Die Fragen. Ebenfalls sehr schreiblastig heute (yessssssss). Und deshalb ohne große Umschweife: Ich präsentiere, meinen vierten LIEBSTER award.



1. Zurück zu den Anfängen: Wie bist du überhaupt zum Bloggen gekommen? 

Kinder, Kinder, Kinder, das hat sich damals so zugetragen... *Märchenbuch aufklapp* Seit ich klein bin, zeichnen mich genau fünf Charaktereigenschaften aus: Ich habe ein extremes Mitteilungsbedürfnis, ich bin grenzenlos überdramatisch (und das sich aus diesen beiden das Schreiben ergibt, sei nur mal nebenbei erwähnt), ich lasse mich viel zu sehr von Filmen in meiner Stimmung beeinflussen (Jedes Mal, wenn ich Natürlich Blond schaue, bin ich sehr kurz davor, Jura zu studieren - und das, obwohl ich in meinem Leben niemals freiwillig Jura studieren würde.), ich besitze einen sehr trocken-sarkastischen Humor gepaart mit einer extrem sassy Attitüde (, die ich eigentlich nur beim Schreiben rauslassen kann, weil ihr habt ja keine Ahnung, wie oft jemand solche Dinge falsch auffasst) und ich tendiere zu Spontanentscheidungen (Also wirklich, habe ich schon erwähnt, dass ich mir letztens spontan meine Haare abgeschnitten habe, mit einer verdammten Papierschere? Ja? Ja, ich weiß. Aber man kann es nicht oft genug erwähnen!)

Wieso erzähle ich das alles? Nun. Weil genau das Zusammenspiel dieser Eigenschaften zum Erstellen meines ersten Blogerstellungsversuchs nach dem Sehen des Films "Julie und Julia" führte. Nein, der Blog, auf dem ihr euch gerade befindet, ist nicht der Blog, den ich damals erstellt habe. Wenn ich mich nicht komplett irre, dann waren meine ersten Ausflüge in dieses Gebiet bereits 2012. Damals noch auf Tumblr, ein bisschen später auch auf Blogspot (Oder andersherum? Schwer zu sagen, der Blogspot-Blog existiert mittlerweile nicht mehr). Tumblr ging am 20. März 2012 los und der Blog mit meinen furchtbaren ersten englischen Blogeinträgen (aber hey, da war ich in der 8. Klasse - also alles voll legitim) existiert übrigens immer noch, ist aber mittlerweile sehr inaktiv und wenn mal aktiv, dann gibt's meist nur rebloggte Bilder. Also nicht sehr spannend. Meinen ersten Blogspot-Blog habe ich gelöscht, als ich den Zauberkasten 2014 erstellt habe und er ist mittlerweile auch vollkommen von der Internetoberfläche getilgt. Aber auch hier: Nicht sehr spannend, ohne wirkliches Thema, einfach ins Blaue heraus und ich war damals noch lang nicht so chronisch charmant wie heute ;D

Deshalb - über viele Umwege - bin ich dann 2014 zu diesem Schätzchen hier gekommen und - man glaubt es kaum, man kaubt es glaum - einfach geblieben. Mit Höhen und Tiefen und Trockenphasen und Fluten und meistens mehr lustig als alles andere. Ich denke auch, dass ich euch noch eine ganze Weile erhalten bleibe, das Bloggen macht mir unheimlich viel Spaß.

2. Und noch ein wenig weiter zurück: Was wolltest du werden, als du zehn Jahre alt warst? Prinzessin, Feuerwehrmann, Pirat, oder etwas ganz anderes?

Mit 10 hatte ich - wenn ich mich recht erinnere - noch den festen Plan, Architektin zu werden. Ob ich damals schon das Schriftsteller-Ziel hatte, kann ich gar nicht mehr zu genau sagen, weil ich zwar seit ich acht bin schon ernsthaft Geschichten schreibe, aber sich der Moment, in dem das alles in eine wirklich ernsthafte Richtung gegangen ist, erst mit 10/11 entwickelt hat und deshalb auch der Gedanke, das mal machen zu wollen. Meine Freunde können euch das wahrscheinlich schon viel expliziter und schon viel früher datiert bescheinigen, denen bin ich nämlich spätestens ab der 5. Klasse 24/7 mit Geschichten auf den Geist gegangen. Und tue es immer noch. Also, in diesem Sinne.

Und nebenbei bemerkt: Ich hatte immer sehr realistische Berufswünsche. In der Grundschule wollte ich einen Kindergarten eröffnen, mit neuen entwicklungspsychologischen Modellen und vor allem einem biologisch fairen Hintergrund (kein Witz, das war in der 3. Klasse), dann - wie bereits erwähnt - wollte ich ziemlich lang Architektur studieren, damals noch in Weimar an der Bauhaus Uni, dann wollte ich Biochemie studieren (in Göttingen) und ungefähr ab der 9. Klasse BWL, wobei meine Berufsvorstellung in diesem Feld in viele Richtungen gegangen ist - also von Einsteigen beim Unternehmen meines Bruders, bis hin zu Wirtschaftsprüfer oder irgendwas in der Personalabteilung etc. pp. - und ich, nachdem ich damit in der 11. Klasse sehr unglücklich geworden bin, bin dann letztendlich bei Psychologie gelandet. Ursprünglich mit dem Hintergedanken, Wirtschaftspsychologie in Mannheim zu machen, dann klinische in Heidelberg und dann: Hey, ich find ja eigentlich weder klinische noch Wirtschaftspsychologie interessant, aber schau mal, es gibt ja Sprachpsychologie. Und jetzt bin ich hier und das ist mein momentaner Plan. Momentan, weil es sehr viele interessante Bereiche in der Psychologie gibt, die mich echt interessieren würden und ich es grausam finde, sich auf ein Teilgebiet zu fixieren. Aber da ich das spätestens in zwei Jahren (wahrscheinlich schon früher) sowieso tun muss, werdet ihr es definitiv noch miterleben.

3. Planst du deine Blogeinträge, oder schreibst du frei heraus, was dir gerade in den Sinn kommt? 

Ich versuche wirklich meine Blogeinträge zu planen und bei gewissen Dingen ist das auch gar nicht anders möglich. Wenn Dienstag bei mir die Niederländisch für Anfänger-Posts kommen, dann müssen die eben auch Dienstag kommen. Und Mittwoch ist Classic Confessions-Tag und so weiter und so fort. Die Posts sind immer frei von der Leber geschrieben, weil das ganze "Vorarbeits"-Konzept momentan noch nicht funktioniert, und ich es momentan auch angenehmer finde, hier so authentisch und so tagesabhängig wie möglich zu bloggen. 

Aber da in den nächsten paar Monaten vermehrt Posts kommen, die sich mit bestimmten größeren Projekten auseinandersetzen (bestes Beispiel diesen Monat: Harry Potter-Lesemarathon) - da muss ich natürlich schon vorher planen, wann welcher Post kommt und so weiter. Sonst gibt das hier Anarchie sondergleichen.

4. Und wie sieht es mit Handarbeit aus? Schreibst du noch von Hand, oder nur auf dem PC/Tablet/etc.?

Ich bin eigentlich momentan für die Uni mehr am Laptop, einfach weil das mit Korrigieren und mit generellem Schreibaufwand leichter ist, als alles per Hand zu machen. (Kein Witz, ich schreibe hier täglich teilweise acht Seiten am Laptop, nur für die Assignments nach den Vorlesungen - da zeigt einem das Handgelenk ja irgendwann den Vogel, wenn man da per Hand arbeitet.) (Aber Nebenanmerkung: Ich denke, dass ich meine Kapitelzusammenfassungen tatsächlich per Hand mache, weil das nachweislich besser zum Einprägen ist und es da dann wirklich leichter ist, wenn man irgendwelche Bilder oder Diagramme zeichnen muss.)

Wenn ich privat für mich am Buch schreibe, dann muss ich diese Frage momentan mit "Handarbeit" beantworten. Sagen wir, ich brauchte einen Perspektivwechsel und der hat sich dadurch erst so richtig ergeben können. Also fülle ich momentan Notizblöcke mit Dialogen und Monologen und den ganzen Zwischenfüllern. Ich weiß noch nicht, wann genau ich den ganzen Spaß dann abtippen werde - wahrscheinlich Ende des Monats, damit ich euch dann im Rückblick vielleicht auch endlich mal eine konkrete Wortzahl nennen kann. Bisher sieht der September aber durchaus erfolgreich aus.

(Über dieses ganze Thema würde sich ebenfalls ein eigenständiger Post lohnen, deshalb habe ich mich - nicht wirklich im wahrsten Sinne des Wortes - heute Mal ein bisschen kurz damit gefasst.)

5. Bitte vervollständige: Schreiben ist für mich wie ... 

leben. Nicht immer einfach, manchmal zum heulen, aber letztendlich doch das Beste, was einem passieren kann.

6. Neben dem Bloggen schreibst du auch literarische Texte. Was tust du lieber? Aus dem Nähkästchen plaudern oder Geschichten erfinden?

Das finde ich eine echt schwere Frage, um ehrlich zu sein. Ich bilde mir zwar ein, dass ich auch im Buch ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudere (nicht im Sinne von "es ist autobiografisch", sondern eher im Sinne von: "Ich kann nicht über Gedanken, Probleme und Ängste schreiben, die ich nicht nachvollziehen kann, weil ich sie nie hatte."), aber natürlich, Blog ist da viel lockerer.

Ich muss trotzdem sagen, obwohl mir der Blog gerade in letzter Zeit sehr ans Herz gewachsen ist, dass ich das Schreiben von literarischen Texten immer noch vorziehe. Ist ein bisschen wie mein persönliches flüssiges Heroin. Es macht dich fertig, aber Gott, man kommt nicht mehr davon los.
Den Blog möchte ich aber - nichtsdestotrotz - absolut nicht missen. Ich kann mir zwar nie komplett sicher sein, ob ich für immer Bloggen werde, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich für immer literarisch Schreiben werde. Obwohl - wie ich bereits erwähnt habe - auch beim literarischen Schreiben (meiner Meinung nach) sehr aus dem Nähkästchen geplaudert werden kann.

7. Schreibblockaden: Lästiges, immerwährendes Übel oder dir gänzlich unbekannt? 

Schreibblockaden und ich? Was? Neiiiiiiiin. Absolut nicht. Hatte nicht nur über die letzten drei Jahren teilweise schwere Sinneskrisen. Überhaupt nicht. Gar nicht. Nicht mal ein bisschen. Vollkommen unbekannt. *Ironie aus*

Ich möchte noch nicht allzu viel in die große, weite Welt hinausschreien, aber ich bin seit genau 12 Tagen wieder auf einem guten Weg aus der Schreibblockade hinaus und habe allein in diesen Tagen mehr direkt für's Buch geschrieben als in den letzten zwei Jahren Oberstufe davor. Traurig, aber war, traurig, aber wahr. Aber bevor ich hier noch mehr ins Detail gehe, vertröste ich euch noch für den September und vielleicht auch noch für den Oktober mit "Schreibblockaden sind Scheiße, aber so habe ich sie überlebt"-Posts, da es momentan noch viel zu früh ist, um Luftsprünge zu machen.
Aber spätestens zu Beginn des NaNoWriMo - an dem ich auch dieses Jahr wieder teilnehmen werde und das hoffentlich ein bisschen erfolgreicher als 2015 (geil war's trotzdem) - gibt es dann mehr. Also haltet aus, der November ist bald schon da!
 
8. An die Öffentlichkeit: Hast du schon an Schreibwettbewerben teilgenommen, oder hast du es noch vor? 

Ja, tatsächlich, ich habe bereits an Schreibwettbewerben teilgenommen. An drei Stück in meinem letzten Schuljahr (ich bin diesbezüglich ein echter Spätzünder), um ehrlich zu sein, und davon habe ich sogar einen gewonnen. Und das war alles schon ein bisschen ernsthafter und deshalb bin ich durchaus etwas stolz drauf.

9. Charaktermord ... fällt es dir leicht, auch mal einen deiner Protagonisten umzubringen, oder bringst du es nicht übers Herz, deine "Kinder" ins Jenseits zu befördern? 

Das ist wirklich eine schwere Frage. Ich habe natürlich schon Charaktere gemeuchelt, aber eher vor dem Beginn der Geschichte und es dann mehr die Auswirkungen als das Ereignis an sich in die Handlung einfließen lassen. Aber klar, ich werde wohl in Zukunft nicht darumkommen, auch während der laufenden Geschichte einen Mord zu begehen und ich tue mich damit immer ein bisschen schwer. Klar, ich habe Charaktere, die es verdient hätten, und klar, der ein oder andere, der dran glauben muss, wird mir auch überhaupt nicht schwer fallen. Aber es gibt schon Charaktere, die ich aufgrund der Geschichtsentwicklung töten muss, bei denen ich am Ende wahrscheinlich ungesund viel weinen werde. Aber das liegt noch ein bisschen in Ferne. Und wenn es soweit kommt, dann weil es so weit kommen muss, da lässt einem die Geschichte sowieso keine Wahl.

10. Auf einen Kaffee mit dem Menschen, den du am meisten bewunderst: Mit wem triffst du dich, und worum dreht sich euer Gespräch? 

Puh. Ebenfalls gar nicht so leicht, wenn ich ehrlich sein soll. Dazu müsste ich erst einmal klarstellen, wer überhaupt die Person ist, die ich am meisten bewundere. (Meine Lieblingsperson generell ist übrigens mein Bruder - aber der ist jetzt mal außenvorgenommen.) Die meisten Personen, die ich bewundere, sind nämlich irgendwie alle schon tot. (Mein Ernst, es ist deprimierend.)

Aber wenn die Möglichkeit bestünde, fände ich es schon ziemlich cool, sich mal mit Leonardo Da Vinci auf einen Kaffee zu treffen. Obwohl mein Italienisch echt schlecht, beziehungsweise gar nicht vorhanden ist, und ich keine Ahnung habe, wie es mit seinem Deutsch oder Englisch aussieht. Davon abgesehen, dass Leonardo Da Vinci ein Renaissancemaler ist und schon sehr lang tot.
Ansonsten... hm... Donna Tartt ist auf jeden Fall eine Schriftstellerin, die ich sehr bewundere. Und Malala Yousafzai generell als Menschen. Wahrscheinlich würde ich mich mit Malala Yousafzai treffen wollen, da ich wirklich glaube, dass sie ein Mensch ist, mit dem man sich über Bildung super unterhalten kann und ich mich verdammt gern über Bildung mit ihr unterhalten würde. Donna Tartt würde ich wahrscheinlich nicht überleben, ich bin der Meisterin nicht würdig - um es mal so zu sagen. J.K. Rowling zu treffen wäre natürlich auch großartig. Von ihr würde ich sehr gern wissen, wie man mit Misserfolgen umgehen lernt, beziehungsweise wie sie es geschafft hat, immer an ihre Geschichte zu glauben, auch wenn viele andere das nicht getan haben. Darüber würde ich wirklich gern mit ihr reden. Aber wie gesagt. Wunschdenken.

Generell währe ich wahrscheinlich sowieso viel zu aufgeregt und würde kollabieren. Es gibt viele Autoren (und andere Menschen), die ich toll finde und bewundere, aber ich bin zu schüchtern um näher als aus der Ferne an sie heranzukommen. Ernsthaft, ich wäre total erschlagen. 

11. Spielen wir Kontrafaktuale: In einer Welt, in der das Erzählen und Schreiben verboten ist - was passiert dort mit den ganzen unerzählten Geschichten?

Schreiben und Erzählen verboten? Ha. Haha. Hahahaha. *packt ruhig Protestfahne aus* Verboten? *Schreibblock und Stift* FIGHT ME

Nun. Davon abgesehen, dass diese Welt nicht mehr sehr lange existieren würde, weil ich da bin und nicht ohne leben könnte. Verboten heißt ja nicht nicht gemacht. Ha! Ich denke, Geschichten würden im Untergrund gehandelt werden und ich würde definitiv mitmachen. Man kann ja mit vielen Sachen kommen, aber irgendwo ist dann ja Schluss.

Würde Erzählen aber wirklich nicht mehr möglich sein - wie gesagt, nur weil etwas nicht im legalen Rahmen möglich ist, heißt das ja noch lange nicht, dass es generell nicht möglich ist - würden Menschen, meiner Meinung nach, sehr schnell zugrunde gehen. Unsere komplette Gesellschaft basiert auf Kommunikation - und Schreiben und Erzählen ist eine wichtige Art davon. Wichtig zum Planen, wichtig zum Verarbeiten. Es geht nicht ohne. Wir würden mit unseren unerzählen Geschichten haltlos untergehen. Ich denke, das würde passieren. Sie würden uns zerstören.



Okay, und nun ein bisschen wenig dramatisch. Ich habe mich sehr über den Tag gefreut und mir hat das Beantworten der Fragen sehr gut gefallen. Nun bin ich an der Reihe, Fragen an andere Blogger weiterzugeben und selbst zu taggen.


Meine Fragen:


1. Bloggst du immer noch auf deinem ersten Blog oder ist es bereits dein 2., 3., ...?
2. Wie bist du zum Bloggen gekommen? Bitte spar hier nicht an Details. (Okay, diese Frage ist geklaut, aber ich finde sie wirklich schön und interessant und deshalb: Sorry not sorry)
3. Hast du schon einmal über eine Blogkooperation nachgedacht oder bloggst du lieber für dich allein? Wieso?
4. Liest du viel auf anderen Blogs oder bist du eher ein seltener Gast bei den Kollegen?
5. Schreibst du neben Blogeinträgen auch andere Texte (Gedichte, Kurzgeschichten, Romane, Artikel etc.) und wie stehst du zum Veröffentlichen? Alles nur für dich oder raus an die Öffentlichkeit?
6. Möchtest du dort, wo du gerade bist, bleiben oder treibt es dich tendenziell eher in die Ferne?
7. Was war die bisher beste Entscheidung für dich in 2016?
8. Wie viele und welche Sprachen sprichst du und gibt es eine (oder mehrere) Sprachen, die zu lernen dich reizen würde?
9. Wäre es für dich eine Option, das Bloggen irgendwann zum Beruf zu machen? Oder möchtest du das Hobby auch als solches lassen?
10. Was ist dein bisheriges Buch-Highlight im Jahr 2016 und wieso?
11. Weißt du schon, wohin deine nächste Reise geht, oder hast du diesbezüglich noch keine Pläne?


Und ich tagge dieses Mal...


1. Skylife von Skylifes Weltenmagie
2. Ronja von wandering
3. Sally von Sally's Bookheaven
4. Moony von Vollmondschatten
5. Andrea von lohnt das Lesen
6. BücherFähe von Der Buchsalon

Alle, die die Fragen ebenfalls interessant finden und gern beantworten möchten, dürfen sich natürlich auch super-gern getaggt fühlen :) Ihr seid alle eingeladen!


Die Regeln


1. Danke der Person, die dich für den Liebster Awardnominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel. 
2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger gestellt hat. 
3. Nominiere 2 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
5. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
6. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.


Ich wünsche euch Nominierten ganz viel Spaß beim Tag und hoffe, ihr nehmt euch die Zeit und macht mit. Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten.

Liebe Grüße,
Antonia

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