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11/01/2016

OKTOBER - Monatstief, NaNoWriMo-Vorbereitung & Prüfungsstress


Der Oktober ist vorbeigezogen, der November zusammen mit dem NaNoWriMo (hier findet ihr den gestrigen Ankündigungspost dazu) ein und meine Grippe klingt mit jedem Tag ein bisschen mehr ab, weshalb ich tatsächlich langsam wieder in der Lage bin, funktionierende Satzkonstruktionen auf's Papier (beziehungsweise auf den Blog) zu bringen. Es wird Zeit für den Rückblick auf einen Monat, der eigentlich gut begann und bei dem dann irgendwie alles schiefgegangen ist. Nun, Kinder, das ist das Leben. Aber mal ganz auf Anfang...


Der Herbstwind reißt die zitternden Blätter
hinab in die Verlorenheit der Erde.
— Elmar Kupke —


Der Oktober startete zwar mit Prüfungsstress, aber eigentlich noch ganz ordentlich. Ich habe weiter mein Schreibziel erfüllt und auch wenn der Harry Potter Re-Read ein bisschen geschliffen hat, gab es eigentlich nichts, wo man groß meckern könnte. Das war so ungefähr die erste Woche. Und dann ging es abwärts.

Wer meinen Post gestern gelesen hat und/oder mich auf diversen Social Media-Seiten stalkt (solltet ihr machen, ich bin bei Twitter und Instagram aktiv wie ein rüstiger Renter beim Wandern - also sehr), hat vielleicht irgendwann beginnend Mitte Oktober mitbekommen, dass ich erst ziemlich erkältet und zum Ende des Monats hin mehr tot als lebendig war. Ich habe es zwar gestern ganz kurz angeschnitten, dass das einer der Gründe für meine einwöchige Blog-Pause war, aber damit ich das jetzt ein für alle mal geklärt habe: Ich hatte einen wirklich miesen Virusinfekt und das einzige, was ich letzte Woche wirklich geschafft habe, war Mittagsschlaf, die Erkenntnis, dass ich Paracetamol offenbar nicht allzu gut vertrage, und die Abmeldung von meinen Examen. Wobei wir auch schon beim zweiten Punkt wären: Ja, ich hatte letzte Woche Examenswoche, ja, ich musste mich von drei Examen abmelden, weil ich im Delirium nicht mal meine Studentennummer auf die Blätter bekommen hätte und ja, die Tatsache, dass ich drei Examen nachschreiben muss, war mindestens zu 30% der Grund dafür, dass mir letzte Woche mehr als zum kotzen war. Aber was will man machen? Mein Körper hat nach Bettruhe geschrien und ich konnte nicht anders als darauf zu hören.

Glücklicherweise hatte ich mein erstes Examen bereits Mitte Oktober, als ich zwar auch schon krank, aber eben noch nicht so schlimm krank war (Examensstress und angehende Grippe sind, habe ich gelernt, überhaupt keine gute Kombination) und mir wenigstens das Nachschreiben dort erspart bleibt. Seit letztem Donnerstag bin ich jetzt also bei meinen Eltern, nehme mittlerweile wieder feste Nahrung zu mir und behalte sie auch drin und versuche bei der katastrophalen heimatlichen Internetverbindung Onlinevorlesungen anzuschauen und irgendwo Marker für meine Examenszusammenfassung aufzutreiben. Wenn's kommt, kommt's halt echt dicke. Aber mittlerweile habe ich wieder das dringende Bedürfnis, zurück an die Arbeit zu gehen und das zeigt mir, dass ich langsam aber sicher wieder die Alte werde.

Der zweite Grund für meine Abwesenheit war, dass ich wirklich sehr im Vorbereitungs-Stress gesteckt habe, weil die im Oktober durch die Grippe ziemlich geschliffen ist. Und ihr habt überhaupt keine Ahnung, wie froh ich darüber bin, dass ich zwei der drei Klausuren im Januar nach meinen Weihnachtsferien nachschreiben muss und deshalb einfach zwei Wochen Weihnachtsferien zur Vorbereitung habe und die Zusammenfassungen nicht mehr schreiben muss, weil ich das ja alles schon für den eigentlichen Termin gemacht hatte. Ärgerlich trotzdem, ich hätte die Klausuren wirklich gern schon hinter mir, aber wenigstens ein kleiner Lichtblick.

Ihr könnt es euch vielleicht schon denken, aber aufgrund der Kombination Prüfungsstress und Grippe bin ich auch nicht wirklich zu irgendetwas anderem gekommen. Der Blog hat geschliffen, ich habe (bis auf Psychologie-Bücher) nichts gelesen und als die Examen dann wirklich losgingen, habe ich für meinen eigenen Seelenfrieden entschieden, auch das Weiterschreiben am Buch erst mal ruhen zu lassen und nur ein bisschen NaNoWriMo-Vorbereitung zu machen (- die ich ja zum Glück größtenteils schon im September fertig hatte). Das Einzige, was ich wirklich geschafft habe, war der Konsum von ungesund vielen Gordon-Ramsay-Kitchen-Nightmares-Klipps bei YouTube ("Unfassbar, was die Gordon vorsetzen.", sagte sie und aß zum Abendbrot Müsli) und eine durchaus ansehnliche Research Methods-Zusammenfassung, auf die ich wirklich ein bisschen stolz bin.


Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein.
— Hugo von Hofmannsthal —


Es tut mir sehr leid, dass im Oktober irgendwie alles so gehinkt hat, aber manchmal steckt man eben nicht drin. Und zum Glück bin ich sehr lernfähig und fast schon wieder vollkommen gesund. Für den November stelle ich mir das anders vor. Aber da ich irgendwie nur alle zwei Jahre wirklich mal so heftig krank werde, sprechen wir uns diesbezüglich sowieso frühestens zum Ende meines Bachelor-Studiums wieder, also alles tutti, ich bin da sehr zuversichtlich.

Der November steht jedenfalls erst einmal voll unter dem Motto "Schreiben", was mich freut, weil ich die feste Routine, die ich im September ja so vorbildlich durchgehalten habe, schon ein wenig vermisse. Heute hat mich eine gute Freundin besucht und Nachmittag fahre ich in die Stadt, ein neues Zugticket kaufen (das alte musste ich umbuchen, weil ich eigentlich gestern wieder zurückgefahren sollte, das aber definitiv nicht gut gegangen wäre, da ich - Genesungsprozess hin, Genesungsprozess her - immer noch krank bin) und heute Abend setze ich mich dann an den NaNoWriMo-Auftakt und einen Uniblogbeitrag, den ich morgen einreichen muss. 



Ich hoffe euer Oktober war wesentlich erfolgreicher als meiner und der kommende November läuft, wie ihr euch das vorstellt. Der Blog wird diesen Monat definitiv wieder mehr belebt, also ich halte euch auf dem Laufenden!

Liebe Grüße,
Antonia

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10/31/2016

[NaNoWriMo16] And here I go again...




Nachdem ich mir für die letzte Woche aus persönlichen Krankheits-Gründen eine kurze Blogger-Pause gegönnt und die Classic Confessions-Frage ausgesetzt habe, melde ich mich nun mit meinem NaNoWriMo-Ankündigungs-Post zurück. Ja, richtig, NaNoWriMo, National Novel Writing Month, Leute, ihr wisst, was das heißt. Genau, ich habe ein Foto aus meinem eigenen Sammelsurium herausgesucht und ein Banner designed. Also spitzt eure Bleistifte, greift euch die Blöcke, klackert ein Mal auf der Tastatur und passt auf, dass euch die Kaffeetasse nicht aus der Hand fällt. Ich nehme wieder teil und dieses Mal richtig. Vorbereitet und alles.


Was ist der National Novel Writing Month?


Also in erster Linie ist der National Novel Writing Month der Monat November, aber nicht ein ganz gewöhnlicher Monat November, sondern der Monat November, in dem eskaliert wird. Zumindest wenn ihr zur unique-snowflake-Fraktion der Schriftsteller zählt. Oder eben zählen wollt. Und genau da, beim Zählen-Wollen, setzt der NaNoWriMo, wie ihn die Fachschaft nennt (habe ich jetzt so entschieden), an: Komme zu Potte sozusagen, denn beim NaNoWriMo ist es das Ziel zu schreiben. Und zwar viel. Am besten fertig. Ein Buch. So ein richtiges. Erinnert ihr euch noch an Der Nachtzirkus? Genau, der Bestseller. NaNoWriMo-Baby. 

Es gibt natürlich auch noch eine lange Liste mit fancy Regeln und Foren, solltet ihr also bisher noch nichts vom NaNoWriMo gehört haben, nun aber feststellen, dass ihr auch Schriftsteller seid (oder werden wollt) und ein Buch schreiben müsst und dafür einen Nerd-Schreib-Squad zur Unterstützung braucht (oder einfach nur eine Gelegenheit im Allgemeinen), dann empfehle ich die offizielle Seite. (offizielle Seite)

Aber für die Faulen: Ziel sind 2500 Wörter am Tag. Klingt viel? Ist es auch. Aber zum Glück ist das der NaNoWriMo und nicht die Steuerprüfung, hier wird keiner eingebuchtet, sollte er weniger angibt, als er eigentlich könnte (oder auch nicht). Hauptsache ihr habt Spaß und schreibt, schreibt, schreibt!


NaNoWriMo16. Dieses Mal richtig. 
Mit Buchplot auf Klebezetteln und alles. Warte. Was?


Ja, ich bin tatsächlich kein kompletter Frischling. (Generell bin ich übrigens kein Frischling, oder sehe ich etwa aus wie ein kleines Wildschwein?) (Das war eine rhetorische Frage.) (Das war so ein schlimmer Dorfkind-Witz, dass ich sogar ein bisschen laut lachen musste.) Bereits 2015 habe ich am NaNoWriMo teilgenommen und bin - Wie soll man es nett formulieren? - kläglich abgesoffen. Es hat vorn und hinten nicht gestimmt. Und mit "es" meine ich mein Konzept. Was war das Problem mit dem Konzept? Nun ja. Alles irgendwie. Die Plot-Planung war zu eng gestrickt und hat den Freigeist und die Spontanität, die meine Dialoge eigentlich auszeichnen, gekillt und - primäres Problem - ich war nicht konsequent. Und wer irgendwann veröffentlichen will, der muss das sein.

Und nun? Was ist bei diesem NaNoWriMo anders konzipiert? Das Buch erst einmal. Ich schreibe nämlich nicht irgendeine Geschichte, sondern die Geschichte, die mich wirklich beschäftigt und vor der ich mich jetzt nicht mehr verkrieche. Und ich schreibe mit einer Routine, die ich bereits im September erfolgreich erprobt habe. Über den Oktober habe ich aufgrund der Prüfungsvorbereitung und den, oben bereits erwähnt, gesundheitlichen Gründen ausgesetzt, aber da der November keine direkte Prüfungsvorbereitung mit sich bringt und ich momentan wieder langsam aber sicher auf die Beine komme, bin ich seit drei Tagen mit der akuten Vorbereitung beschäftigt.

Natürlich gehe ich aber nicht nur mit dem richtigen Buch, einer bereits erprobten Methodik und einem Jahresvorrat Bleistifte von Hema an die Arbeit, sondern auch mit einer Plotplanung. Und da kommen die berüchtigten Klebezettel ins Spiel. Mein Buchplot steht nämlich in seiner Grobfassung momentan auf 24 Klebezetteln an meiner Wand. Die groben Stationen in Kapitelüberschriften, um die herum ich im November mit weiteren Klebezetteln Gedanken und Nebenhandlungen ordnen werde, die ich für das Weiterführen der Geschichte benötige. Wieso schreibe ich keinen ausführlichen Kapitelplan? Habe ich bereits versucht. Killt mir die Spontanität und den Spaß und letztendlich den Flow. Und hat letztes Jahr nicht gerade blendend funktioniert. Ich sollte zusätzlich erwähnen, dass die Geschichte schon ziemlich lang in meinem Kopf ist und ich bereits die fünfte Version beginne (Perfektionismus ist was Tolles und tötet euch überhaupt nicht die geistige Gesundheit, ich schwöre!) und einen recht guten Überblick über Charakterentwicklung und Richtung der Geschichte habe, obwohl sich in den letzten drei Monaten plottechnisch einiges wirklich radikal verändert hat. Mit komplett neuem Stoff wäre ich eventuell auch erst Mal anders vorgegangen. (Und ja, ich weiß, eigentlich ist der NaNoWriMo für den komplett neuen, unangefangenen Stoff, aber cry me a river, build a bridge, get over it).


Wie genau gibt es während der Aktion Updates 
und über was werde ich alles schreiben?


Die NaNoWriMo-Updates gibt es erst einmal jeden Sonntag im November explizit zum NaNoWriMo und zusätzlich ist für jeden Freitag ein weiterer Beitrag rund ums Schreiben im Allgemeinen geplant, in dem ich etwas weiter gefächert über das Leben, Leiden und Frohlocken eines Schreiberlings blogge. Die Niederländisch für Anfänger-Posts laufen mit Uni- und Alltags-Updated parallel dazu weiter (bei den NaNoWriMo-Updates wird sich wirklich explizit auf die Aktion konzentriert) und die Classic Confessions natürlich auch. Soweit so gut.

Wie bereits angeklungen sind die Updates auch wirklich Updates, in denen ich über geschriebene Seiten schreibe, wie gut oder wie schleppend es voran geht und euch allgemein auf dem Laufenden halte. Für die themenverwandten Blogposts zum Schreiben, die Freitags online kommen, ist ein Beitrag über Schreibkrisen (und deren Überwindung), einer mit einer Artikel-Rezension über Prokrastination bei Schriftstellern, einer über meine Schreibroutine und einer über meine Methode zur Plotplanung geplant, die allesamt etwas aufwendiger und grafisch ein wenig anspruchsvoller werden, weshalb ich praktisch ab demnächst 24/7 am zeichnen und scannen und bildbearbeitet bin.




Alle weiteren Details zur Geschichte, wie ich zu ihr oder sie zu mir gekommen ist und wie es jetzt beim neuen Anlauf dann auch wirklich gelingen soll, erfahrt ihr im ersten Update diesen Sonntag. Ich freu mich schon riesig, dass der Wahnsinn morgen anläuft. Es jucket mich in den Fingern sozusagen. Und ich freue mich ebenfalls, das Weiterkommen der NaNoWriMo-Teilnehmer zu verfolgen, die sich unter den von mir abonnierten Bloggern befinden. Was ein Fest!

Bevor das allerdings alles startet, gehe ich heute am Tor meines Elternhauses Süßigkeiten verteilen und mir bei Pinterest die Kürbisschnitzereien von Leuten ansehen, die sich im Gegensatz zu mir diese Skills tatsächlich auch mal angeeignet haben. Habt einen guten letzten Tag im Oktober und einen guten Start in den (bei einigen hoffentlich schreibfreudigen) November!



Alles Liebe,
Antonia

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10/12/2016

[Niederländisch für Anfänger - No. 15] "Prüfungspanik"

Hallo meine Lieben!

Ist mir da nicht eine schöne Fast-Alliteration beim Titel gelungen? Eigentlich ist es ja keine Alliteration, weil es nur ein einzelnes Wort ist, aber weil es zusammengesetzt ist, liest es sich fast wie eine. Toll? Ganz toll. Und ansonsten. Ich bin ja zum Glück ganz entspannt und gar nicht nervös und der Titel ist nur wegen der schönen Fast-Alliteration der Titel des heutigen Posts. Oh man, ich würde mich ja setzen, würde ich nicht schon im Bett liegen. Ich sage euch, die ersten großen Prüfungen schaffen mich einfach. Und zwar nicht, weil ich mir so extreme Sorgen über das "Bestehen oder Nicht-Bestehen" machen müsste, sondern weil sie so unheimlich schwer einzuschätzen sind. Wo stehe ich? Wo geht es hin? Wie sieht meine Zukunft aus? Was ist der Sinn des Lebens? Fragen, die man sich eben so stellt. Leute, ich bin aufgeregt.

Aber mal ganz von Anfang an. Am Freitag schreibe ich meine erste Klausur. Der Vortest lief gut, der Lernstoff ist nicht sehr umfangreich, ich bin also an sich guter Dinge. Dann folgt eine Woche normaler Unterricht (mehr oder weniger - manche workgroups finden nicht mehr statt, aber ansonsten annähernd gewöhnlich) und dann beginnt meine erste richtige Klausuren-Woche. Ich bin eigentlich guter Dinge, aber trotz dessen machen mir solche neuen Prüfungsumstände beim ersten Mal einfach immer einen unheimlichen Kloß im Hals. Ich bin kein Fan von Veränderungen, wenn es um Prüfungs-Routinge geht. Nein, wirklich nicht. 

Was ich die letzten zwei Wochen also getan habe (und auch die nächsten zwei Wochen noch tun werde) ist also panisch durch die Gegend laufen und versuchen nicht vollkommen durchzudrehen. Gar nicht so einfach, wenn ich Angst vor etwas habe, blocke ich nämlich grundsätzlich erst einmal alles ab und beginne zu prokrastinieren. Ich arbeite mit einem bisher ganz ansehnlichen Erfolg dagegen, aber trotzdem. Meiner Meinung nach könnte es wesentlich flüssiger laufen. 

Nichtsdestotrotz: Die General Introduction-Zusammenfassung ist schon fast fertig, die von Academic Skills ist schon fertig, Research Methods mache ich gern und ist nicht so viel und Psychology in Action ist ebenfalls in Arbeit und wird zudem noch von der Tatsache unterstützt, dass ich da zusätzlich zu einer Lerngruppe gehe und den Stoff extra durchspreche. Und bisher habe ich eigentlich alle Themen verstanden und muss nur lernen und mich damit beschäftigen und wieso drehe ich eigentlich durch, so katastrophal klingt das überhaupt nicht. Aber das Panik-Prinzip ist ja bekannter Weise Teil meiner Persönlichkeit. Also. Panik. Prüfungen. Aaaah. 

Sollten die Posts im Oktober übrigens etwas mau ausfallen, dann liegt es primär daran. Die Classic Confessions kommen immer noch regelmäßig - wie vielleicht festgestellt - und ich gebe mir Mühe, Kommentare zu beantworten und es mit den Niederländisch für Anfänger-Posts auch so zu halten, aber so ein Prüfungs-Stress (obwohl ich eigentlich ja ganz gut vorbereitet bin) schlägt mir immer Wahnsinnig auf die Nerven und vor allem auf den Kopf, weshalb er sich jetzt gerade zum Beispiel wie ein überbelasteter Luftballon anfühlt. Und angesichts dieser Tatsache mal ein Slow-Clap. Konzentration fällt nämlich gerade ein bisschen schwer.

Ansonsten läuft es aber mit dem Schreiben für's Buch immer noch flüssig. Seit Oktober bemühe ich mich ja um 3 Seiten pro Tag (September waren es noch 2), was dafür, dass ich ja momentan 24/7 Kopfschmerzen habe, relativ erfolgreich seinen Lauf nimmt. Mir war natürlich schon ein wenig bewusst, dass ich vielleicht nicht immer die 6 Tage pro Woche schaffe, aber 5 sind meist drin und wenn, dann grundsätzlich immer mehr als 3 Seiten - also durchaus erfolgreich bisher, muss man auch mal lobend erwähnen.

Das sind eigentlich auch die zwei Hauptaspekte, um die meine Gedanken momentan rotieren. Schreiben und Zusammenfassen. Zusammenfassen und Schreiben. Mehr Schreiben als Zusammenfassen. Aaah, Prokrastination. Aber das wird schon.

Ich verabschiede mich für heute (beziehungsweise für heute ein wenig verspätet, weil ich noch etwas anderes schreiben musste) von euch und melde mich später am Tag mit den Classic Confessions zurück.

Alles Liebe,
Antonia
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10/01/2016

SEPTEMBER - Studienalltag, Harry Potter-Reread, NaNoWriMo-Vorbereitung & jaaaa, sie schreibt wieder


Hallo meine Lieben!

Unfassbar aber wahr: Der September hat sich heimlich, still und leise irgendwie an mir vorbeigeschlichen. Ich kann selbst noch gar nicht richtig glauben, wie schnell der erste Studienmonat meines Lebens an mir vorbeigezischt ist und deshalb war ich heute früh doch ein wenig überrumpelt, als ich auf meinem Magnet-Kalender im Badezimmer den Monat neu schieben musste. Oktober. Man, wo ist die Zeit hingegangen?

Bevor ich in irgendeiner Weise näher ins Detail gehe, kann man meinen September ungefähr wie folgt zusammenfassen: Erfolgreich. Mit kleinen Tiefs, aber primär Hochs. Und alles in allem: Erfolgreich.

Das trifft auf viele verschiedene Aspekte zu (es ist wirklich viel passiert), aber first things first: Ich habe endlich wieder eine feste Schreibroutine. Ja. Sie - ich - hat - habe - endlich wieder einen Rhythmus gefunden. Die Schnittstelle zwischen Buchbloggern und Leuten, die neben dem auch noch andere Texte schreiben, ist relativ groß, deshalb können sicher einige von euch die Freuden und Leiden des Angehender-Schriftsteller-Lebens nachvollziehen. Für alle anderen: Ich hatte eine schlimme Wort-Schreib-Sinneskrise und irgendwie habe ich es tatsächlich geschafft Ende August und über den kompletten September hinweg ein bisschen aus dem Loch heraus zu kriechen. Bei meinem letzten Monatsrückblick, also im August, hat sich diese Tendenz bereits angedeutet, aber da habe ich mit der Euphorie noch ein bisschen hinter den Berg gehalten, weil der Erfolg noch zu jung war. Nach einem Monat, in dem ich jede Woche 6 von 7 Tagen geschrieben habe und das in den meisten Fällen auch über mein eigentliches Seitenziel hinaus, kann ich aber schon ein bisschen euphorischer sein und auch ein paar Details aus dem Nähkästchen fallen lassen: Mein Ziel war, um wieder einen Einstieg zu finden, zwei Seiten pro Tag in einen A4 Block per Hand zu schreiben. Das entspricht gut 500-700 Wörtern pro Tag und ist, wenn man wie ich sehr, sehr lang quantitativ gar nicht mehr geschrieben hat, ein guter Anfang. Da ich noch keine Zeit hatte, die Seiten am Computer abzutippen, kann ich noch keine genauen Zahlen nennen, aber grob geschätzt waren das - zielmäßig - zwischen 12 500-17 500 Worte, die ich definitiv überschritten habe, weil ich - wie bereits erwähnt - fast jeden Tag zwischen einer halben Seite und zwei Seiten mehr geschrieben habe. Das klingt jetzt alles nach sehr viel Mathematik, man kann übersetzt auch einfach sagen: Ich bin mehr als zufrieden.

Mein Ziel für den Oktober sind drei Seiten per Hand in den A4-Block, im November vier, im Dezember ebenfalls und im Januar wieder zurück zu drei. Grund für diese Routine ist, dass ich mich im September und im Oktober langsam an den NaNoWriMo herantasten werde, den ich mit weniger Worten als eigentliches kollektives Ziel bestreiten werde. Grund dafür ist schlicht und ergreifend mein Leben, in das täglich 2 500 Wörter nicht hineinpassen, meine Art zu schreiben (momentan auf Papier - was es damit auf sich hat, bekommt sicher irgendwann noch mal einen eigenen Post), die ein genaues Zählen ausschließt, und die Komplexität und der Flow der Geschichte, die/der besser funktioniert, wenn ich mich "langsam" herantaste.
Zusätzlich habe ich über den September hinweg das grobe Plot-Design gemacht, das im Oktober noch ein wenig in Details ergänzt wird, aber immer noch genug Lücken für Spontanität lässt, von dem mein Schreiben lebt — auch das natürlich im Sinne der NaNoWriMo-Vorbereitung. Und eine überarbeitete Landkarte muss ich dringend auch noch mal planen und ein Schulsystem und ein politisches System. Aber dafür habe ich im Oktober noch genügend Zeit, das wird für die Geschichte nämlich größtenteils erst in meiner Schreibzeit im November relevant.

Neben dem Schreiben (man darf natürlich auch nicht das Schreiben auf dem Blog vergessen - wobei ich mit 12 Posts für den September, zumal ich wirklich viel für die Uni zutun hatte, ebenfalls zufrieden bin - guter Mittelwert) ist natürlich auch sonst einiges los gewesen. Nicht zuletzt der Beginn meines Studium, das mittlerweile schon in den Alltagstrott verfallen ist. Was, versteht mich nicht falsch, generell für mich persönlich nichts schlechtes ist, da ich auch da nach einem Monat endlich einen Rhythmus gefunden habe (beziehungsweise noch dabei bin), mit dem ich gut leben kann. Das wird jetzt auch langsam aber sicher Zeit, denn übernächste Woche Freitag schreibe ich meine erste Klausur, bevor es dann in der davon ausgehend übernächsten Woche mit drei weiteren so richtig zur Sache geht. Ich stecke also momentan voll und ganz in der Prüfungsvorbereitung, beziehungsweise Stoffzusammenfassung. (Wen es interessiert: Ich habe gestern eine sehr ästhetisch wertvolle schematische Darstellung von zwei Neuronen gezeichnet, als meine Freundin, die gerade auf Besuch ist, zu ihrem Konzert gefahren ist; heute geht sie zum nächsten, weshalb ich mich nach diesem Blogpost weiter ans Nervensystem schmeißen werde - ist viel, bin aber guter Dinge.)
Ich gebe an dieser Stelle übrigens auch ganz offen zu, dass ich - auch wenn es größtenteils gut gelaufen ist und ich fast durchweg regelmäßig für die Uni gearbeitet habe - auch ein paar kleinere Durchhänger hatte. Ich schiebe das vor allem auf die Angst vor den ersten Klausuren, die dich in gewisser Weise manchmal ein bisschen lähmen kann (mir geht es jedenfalls immer so). Der Trick ist einfach, anzufangen. Und da ich das schon mal geschafft habe - alles tutti. Ich halte euch im Oktober sicher weiter darüber auf dem Laufenden. Allgemein wird der Oktober sehr Prüfungsvorbereitungslastig, fürchte ich, weil ich - neben dem Schreiben am Buch - sicher nicht viel nebenbei reißen werde.

Was mich auch schon zum letzten Punkt führt: Mein Harry Potter-Reread. Beziehungsweise mein momentan stagnierender Harry Potter-Reread. Ich habe die ersten zwei Teile fertig (und die warten nebst Das Blut des Olymp von Rick Riordan auf eine Rezension) und wollte danach The Trials of Apollo lesen und dann mit dem Reread weitermachen. Leider kam mir das Unileben (beziehungsweise die Prokrastination in Form der dritten Staffel von Gilmore Girls) dazwischen, weshalb ich weder mit The Trials of Apollo fertig bin noch mit Der Gefangene von Askaban angefangen habe. Ein Jammer. Und es sieht im Oktober auch nicht gerade danach aus, als würde es da Besserung geben. Das wird an sich schon ein sehr stressiger Monat für mich und ich möchte dem ganzen ein bisschen den Druck nehmen, indem ich mir zumindest bei den Büchern einen Puffer einräume und die vollkommen legitime Möglichkeit, erst ab November wieder an Harry Potter weiterzulesen. Nehmt es mir nicht krumm (haha, HP-Insider, Viktor Krum, somebody?), ich bin selbst auch ein bisschen enttäuscht, dass das nicht so flüssig lief, wie ich mir das vorgestellt hatte, aber da muss ich einfach im Oktober Prioritäten setzen. Vielleicht schaffe ich es ja, zur Entspannung neben der Vorbereitung zu lesen (und danach auch zu rezensieren), aber das steht noch in den Sternen und ich will nichts versprechen, was ich zu 70% nicht halten kann.

Ansonsten hatte ich im September ein blühendes Sozialleben, einen Ausflug nach Amsterdam (über den ich hier gebloggt habe) und dank Heimweh letzter Woche jetzt auch die Aussicht, doch vor Weihnachten noch mal nach Deutschland zur Familie zu kommen. Nach meiner letzten Prüfung fahre ich für ein kurzes Wochenende zurück in die Heimat und freue mich jetzt schon wie Bolle drauf, meine ganzen Thüringer Lieblingsmenschen wiederzusehen. Und wenn das nicht für die kommenden Prüfungen motiviert, dann weiß ich auch nicht.

Bis dahin lasse ich jedenfalls ganz liebe Grüße da. Packt die Halloween-Deko aus, der Oktober ist da. Herbst, oh du wunderschöne Jahreszeit!

Liebe Grüße,
Antonia

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9/27/2016

[Niederländisch für Anfänger - No. 14] "Pumpkin Spice Mundverbrennung"

Hallo meine Lieben!

Ich melde mich nach gut einer Woche wieder mit meinem Niederlande-Update zurück und habe zu beichten. Ich habe gestern meine Univorlesung geschwänzt (und tue es heute wieder) und das aus folgendem Grund: Meine Person fasst die seltene Kombination "Kaffeesüchtig", "sehr ungeduldig" und "unfähig zu trinken" zusammen. Und Entschuldigung, aber ich muss jetzt mal kurz ein bisschen rumheulen, weil ich mich seit Freitag wirklich zusammenreiße und es immer schlimmer wird: Meine Zunge tut weh. (Anmerkung an dieser Stelle: Der Satz "Meine Zunge tut weh." ist eines der vielleicht besten Zitate, das ich jemals von mir gegeben habe. Eine kurze Minute der Bewunderung. Okay, vorbei.) Nach dem jahrelang von außen verfolgten Hype um den berühmten Pumpkin Spice Latte, der mir bisher immer sehr suspekt war, habe ich nun - seit neustem wohnhaft an einem Ort, an dem ein Starbucks vorhanden ist - letzte Woche beschlossen, dass ich dieses Getränk ausprobieren muss. Und ja, Pumpkin Spice Latte ist sehr lecker. Aber war im Nachhinein betrachtet etwas, das ich definitiv noch drei Minuten hätte abkühlen lassen sollen, bevor ich mich an den Versuch wage. 

Das, meine Freunde, war jetzt wahrscheinlich die dramatischste Umschreibung für "Ich habe mir meine Zunge an einem Pumpkin Spice Latte" verbrannt, die je ein Mensch geschrieben hat. Am Samstag habe ich dann - weil ich nicht nur bei Kaffee unheimlich ungeduldig bin, sondern generell bei jeder Art von Essen und doppelt ja bekannter Weiße besser hält - noch mal mit Pommes nachgesetzt und seitdem ich das einzige, was ich schmerzlos genießen kann, eisgekühlte Milch. Herrlich. Ich bin so ein Depp.

Jedenfalls, das gepaart mit der Erkältung, die sich bei mir gerade anpirscht, meinem linken Weisheitszahn, der gleichzeitig mit der Zungen-Sache zu nerven angefangen hat, und der Tatsache, dass unsere Vorlesungen videoaufgezeichnet werden (ein wahrer Luxus, ich weiß), habe ich beschlossen, die Vorträge diese Woche aus meinem Bett mit einem Glas Milch zu verfolgen. Ab morgen sind wieder Werkgruppen dran, da reiße ich mich zusammen und gehe hin, weil in weniger als einem Monat Prüfungen sind und ich die schließlich vorbereitet ownen will. Okay, und jetzt genug gemeckert, eigentlich war mein Wochenende nämlich ziemlich schön.

Am Samstag hatte eine Freundin aus dem Sprachkurs Geburtstag, der ich ein bisschen bei der Vorbereitung geholfen habe (da beim Mittag hat sich übrigens das Pommes-Eklat ereignet, das meinem Mundraum den letzten Rest gegeben hat) und am Sonntag habe ich folgende Freundin noch mal besucht, eigentlich weil sie Erdbeeren für eine andere Freundin von mir, die ihre Mitbewohnerin ist, bei mir vergessen hatte und ich die nur mal schnell vorbeibringen wollte und wie das eben so ist, verquatscht man sich und hängt dann doch noch mal länger rum als eigentlich geplant. 

Nebenbei ist übrigens mein Fahrrad im Laufe der letzten Woche Stück für Stück auseinandergefallen. Erst der Fahrradkorb, dann der Fahrradständer, dann der Lenker verbogen. Und da der Laden, bei dem ich das gute Teil erworben habe, erst heute Mittag auf macht, kann ich da erst heute hin. Und ich freu mich schon wie ein Schwein auf Stabhochsprung, das heute zu klären. Zumal ich mein Fahrrad brauche, es unter aller Kanone finde, dass es mir nach zwei Monaten Besitz schon auseinander bricht (ist ja nicht so als würde ich damit in meiner Freizeit auf Motorcross-Strecken im Wald Bahnen fahren - ich fahre im Stadtverkehr, auf Fahrradwegen, da kann das einfach nicht sein) und na ja, ich kann mir wirklich Dinge vorstellen, für die ich meine Zeit lieber verbrauchen würde. Meine Prüfungsvorbereitung zum Beispiel. (Hat sie tatsächlich angefangen - auch wenn mein Mundinnenraum mich noch irre macht.) Und wenn nicht das, dann die dritte Staffel von Gilmore Girls, die ich gerade suchte. Oder neue Milch kaufen, damit ich mich von was ernähren kann. Also wirklich, mir fällt da einiges ein. Aber gut, was muss, das muss. 

Damit verabschiede ich mich für heute jetzt auch. Aber nicht ohne euch die dicke Empfehlung dazulassen, dringend mal bei Pottermore vorbei zu schauen (soweit ihr Harry Potter-Fans seid): Das Patronus-Entdecken ist so ästhetisch wertvoll und gut gemacht, man möchte weinen. (Ich habe einen Maulwurf btw :D)

Liebe Grüße,
Antonia
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9/20/2016

[Niederländisch für Anfänger - No. 13] "Immer mit der Ruhe"

Hallo meine Lieben!

Der Sommer ist seit letzter Woche jetzt offiziell Geschichte, die Blätter fallen runter, wir haben endlich wieder humane Temperaturen und letztens dachte ich bei einem heftigen Regenfall, mein Wohnhausdach fliegt von Dannen. Kurzum: Der Herbst ist in Nijmegen eingekehrt und ich melde mich zu meinem wöchentlichen Update aus den Niederlanden.

Seit einer Woche bin ich sozusagen wettertechnisch schon ganz eckig, weil endlich meine Lieblingsjahreszeit begonnen hat und Nijmegen - meiner Meinung nach - im Herbst sowieso am schönsten ist. Bunte Blätter, normale Temperaturen, bunte Blätter, Pullover, bunte Blätter, kuschelige Atmosphäre wo man auch schaltet und waltet und - ja, ganz genau - bunte Blätter. Ah, absterbende Pflanzenteile, sehr romantisch. (Wir sprechen uns wegen meiner Herbst-Begeisterung übrigens sicher noch mal, wenn ich das erste Mal auf meinem Fahrradweg in einen heftigen Regenschauer gekommen bin - das passiert in den Niederlanden nämlich öfter. Sehr, sehr launische meteorologische Aussichten, ihr habt ja keine Ahnung.) (Aber bis jetzt genieße ich erst mal meine trockene Lieblingsjahreszeit.)

Was den Herbst natürlich auch sehr lebenswert macht, sind die baldigen Aussichten, auf den NaNoWriMo. Dieses Jahr bin ich nämlich besser vorbereitet als letztes Jahr und gehe mit Konzept an die ganze Geschichte ran! So sieht's nämlich aus. Und da es weiterhin sehr gut mit dem Schreiben läuft, bin ich guter Dinge, dass der November da noch mal einen extra Stoß des Vorankommens (eine kurze Minute der stillen Bewunderung für diesen herrlichen Genitiv) geben wird. Und ich habe momentan ein absolutes Lese-Hoch. Allein im September habe ich Harry Potter und der Stein der Weisen, Harry Potter und die Kammer des Schreckens und Die Helden des Olymp - das Blut des Olymp gelesen und gestern mit The Trials of Apollo angefangen und schon fast zur Hälfte durch. Ach, Herbst. Ich liebe dich.

Allerdings ist nicht alles Pumpkin Spice Latte und Harry Potter-Reread, meine Freunde, oh nein. Denn neben dem Radeln durch meine traumhafte niederländische Unistadt und gemütlichen Abenden mit Pfefferminztee, kündigen sich jetzt bereits die ersten Prüfungen an. Ein Glück stresse ich mich ja nie vor wichtigen Prüfungen und bleibe immer total cool. Niemand würde jemals auf die Idee kommen, dass ich von Albträumen geplagt jetzt schon die Tage rückwärts zähle und auf der Hälfte anfange, in meinen Terminplaner auf meinen Lernplan-Teil zu heulen. Hahahaha. Ich? Nein, niemals. Ich bin die versinnbildlichte Entspannung in Person, live und in Farbe. Also nicht. Nein, definitiv nicht. Ich könnte jetzt schon vor Panik auf meinen Lernplan heulen, weil "Und was, wenn ich alles nicht schaffe? Was mache ich dann mit meinem Leben? Oh ja, genau, Plan B und wenn das nicht, dann Plan C bis Plan Y. Aber wenn das nichts wird, dann werde ich was? Straßenmusikant? Ich kann ja nicht mal ein Instrument. Oder Singen. Oder lange irgendwo stehen. Mein Leben ist eine Farce!" - genau. Ungefähr so. Und auch, wenn mir allein heute vormittag schon von mindestens drei Leuten gesagt wurde, dass sie so etwas wie To Do-Listen oder einen Lernplan gar nicht besitzen und auch jetzt nicht an Anschaffung denken, geheuer ist meinem inneren Stresstier die Sache ja nicht so ganz. (Aber ein bisschen Mut macht es trotzdem.)

Trotzdem: Ich lasse mich nicht vollkommen aus der Ruhe bringen und ziehe meinen Plan weiter durch. Das Studium macht - nebenbei erwähnt - ja auch immer noch Spaß. (Heute hatten wir Research Methods und Experiment Designs sind mein persönlicher Happy Place, also alles in Butter.) Und jetzt den Verstand verlieren, ist ja auch nicht die Lösung. (Solltet ihr aber irgendwann von Einbrüchen in die Bibliothek zum ruhigen Weiterlernen durch eine durchgedrehte Studentin in den Niederlanden erfahren, dann steht die Chance prozentual gar nicht so schlecht, dass ich das bin.) (Ich versuche aber nicht kriminell zu werden. Das wird schon.)

Mehr gibt es auch eigentlich gar nicht zu erzählen. Außer vielleicht, dass ich momentan mit drei Rezensionen im Rückzug bin und die Liste an gelesenen Büchern wächst und wächst und wächst (ironischer Weise ist es ja sonst immer andersherum - Leute, so kann sich das Blatt wenden). Ob ich Trials of Apollo auch noch rezensieren werde, weiß ich bisher noch gar nicht, weil - wie gesagt - gerade ein bisschen viel auf der To Do-Liste, aber wenn ich fertig bin wird definitiv ein Lieblingszitate-Post verfasst. Ich könnte mich kugeln, ganz ehrlich. (Aber vielleicht sterbe ich als Solangelo-Shipperin bis dato auch an einem OTP-overload. Oh, ihr habt ja keine Ahnung. Ich liebe dieses Buch.) 

Ansonsten schließe ich den wöchentlichen Wochenrückblick (no shit, Sherlock) damit dann auch und stürze mich an meine zahlreichen und notwendigen Uniaufgaben und heute Abend (wenn es irgendwie geht) noch an ein bisschen mehr Trials of Apollo (Es ist so gut. Oh Herr, wieso ist es so gut?). Tüdelü und bis morgen zu den Classic Confessions.


Antonia

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9/13/2016

[Niederländisch für Anfänger - No. 12] "Kommilitonenschrumpfen"

Hallo meine Lieben!

Ich melde mich zu einer unchristlichen Uhrzeit zurück an diesem beginnenden Dienstag. Unchristlich übrigens primär weil, hey, seit wann haben Tagesabschnitte eigentlich eine Konfession? Und eigentlich weil es noch so früh ist, dass ich euch noch nicht mal sagen kann, ob der Tag schön, mittelschön oder chronisch entstellt wird, weil es immer noch rabenschwarze Nacht vor meinem Fenster (und eigentlich auch hinter meinem Fenster - aber ihr versteht, was ich meine) ist und das einzige, was an Lichtquellen heute schon aufgetaucht ist, der Schein von ein paar Straßenlaternen ist. Es ist noch vor sechs Uhr Morgens und das an einem Dienstag - was ist hier eigentlich los, Antonia?

Okay, dazu sollte man sagen, dass ich heute schon um acht an der Uni sein muss, was ja früh rechtfertigt, aber irgendwie nicht so früh. Dazu sei gesagt: Ich bin ein großes Mädchen und große Mädchen müssen ihren Abwasch selber machen und ihre Wäsche selber waschen und ihren Uni-Stoff selbst zusammenfassen und weil nach meinem Kurztrip nach Amsterdam am Wochenende eine ganze Menge davon liegengeblieben ist, kenne ich jemanden, der jetzt ein bisschen Selbstdisziplin an den Tag legen muss, damit zwischendurch die Blogposts nicht über die Kante gehen.

Der Trip war das natürlich absolut wert, versteht mich nicht falsch. Und ich könnte gleich wieder von dieser wunderbaren Stadt vorschwärmen, verweise aber an dieser Stelle erst mal auf meinen BOOKISH AMSTERDAM-Blogpost, in dem es primär um... na ja... Amsterdam für Buchliebhaber geht. Allgemeines Amsterdam kommt sicher irgendwann auch noch, aber da das hier ja irgendwie immer noch Buchblog ist, ist Amsterdam für Buchlieber sicher auch irgendwie rechtfertigbar. (Ist rechtfertigbar überhaupt ein Wort? Wahrscheinlich nicht. Sollte es aber werden, Leute, sollte es wirklich werden.)

Aber ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich ein ganz kleines bisschen schlechtes Gewissen habe, dass ich mich am Samstag so vor den Uni-Verpflichtungen gedrückt habe. Es ist einfach sehr viel und zwischendurch muss man bei seinem Zeitplan aufpassen, dass man nicht vollkommen durchdreht. Soweit ich das übrigens mitbekommen habe, geht es mir nicht allein so. Gestern hab ich einen ehemaligen Sprachkurs-Klassenkameraden von mir in der Unibibliothek getroffen als ich gerade in meiner Pause Kaffee getrunken und Harry Potter gelesen habe (er darauf: "Haha, das ist aber nicht der Gleitman." - der Gleitman ist der kuschelige Spitzname für unser General Introduction to Psychology-Buch, mit dem man zumindest gewichtsmäßig ohne Probleme jemanden erschlagen könnte) und er meinte zu mir: "Du, ich glaub es haben schon an die 200 Leute im englischen Track aufgehört." - Ob es wirklich 200 sind. Das kann ich ehrlich gesagt selbst nicht so wirklich glauben. Aber klar, wir haben mit 600 Leuten angefangen, gestern wurde uns verkündet, wir sind noch etwas mehr als 400. Zumindest rechnerisch ist es also wahr. Aber 200 Leute? Wo sind die alle hin, zur Hölle? Nach den ersten zwei Wochen?? Ihr merkt also - hier wird aussortiert, ohne wirklich aussortiert zu werden. Die ersten Prüfungen kommen nämlich erst Mitte Oktober, dann wieder im Januar (da kommt Statistik, also das Angstfach der meisten Psychologie-Studenten) und danach werden mit großer Wahrscheinlichkeit noch mehr Leute gehen. Es bleibt also spannend. Jedenfalls ist mir dadurch gestern erst mal so grob bewusst geworden, dass ja... Dass schon einige aufgehört haben und es dabei sicher nicht bleiben wird. 

Ehrlich zu sein gibt mir das auch ein wenig Mut - und zwar nicht, weil offenbar einige Kommilitonen bereits nach den ersten zwei Wochen gescheitert sind. Sondern weil ich es nicht bin. Klar, der Studiengang verlangt schon einiges von dir und klar, man muss sich teilweise auch mit Sachen beschäftigen, von denen man nie dachte, dass sie ein Psychologie-Ding wären (gestern zum Beispiel erst Mal Aufbau des Ohrs - ja, wieso eigentlich nicht?) und ich dachte wirklich von vielen Dingen, dass sie ein Psychologie-Ding wären. Aber Aufgeben? Aufhören? So schlimm finde ich es auch wieder nicht. Der Trick ist dranbleiben, aufrappeln, wenn man mal einen Durchhänger hat und weiter machen, weiter machen, weiter machen. Es geht sowieso immer nur vorwärts und nicht zurück im Leben. (Und was mir übrigens auch ein bisschen Mut gegeben hat, war, als mein Sprachkurs-Klassenkamerad das ungefähr genauso wie ich gesehen hat mit dem kontinuierlich Dranbleiben und dann am Ende sagte: "Du, ich mach jeden Tag meine eineinhalb Stunden und das passt." und ich letzte Woche schon ein unheimlich schlechtes Gewissen hatte, weil ich teilweise mal nur eineinhalb Stunden gemacht habe. Offensichtlich bin ich zeitlich dann doch in der Streber-Liga. Na Gott sei Dank.) (Apropos: Petition, dass wir eine Streber-Liga gründen, das wäre klasse und etwas, womit ich mich sehr identifizieren könnte. Irgendjemand?)

Also obwohl ich mich gerade durch das bisherig "schwierigste" Thema für mich arbeite (schwierigste steht in Anführungszeichen weil es eigentlich nicht extrem schwierig ist, sondern halt nur ein bisschen Lernaufwand mit sich bringt, aber in vielerlei Hinsicht sehr Physik-orientiert ist und ich Physik immer extrem gern gemacht habe und deshalb auch bis zur zwölften Klasse hatte) und obwohl ich momentan wirklich viel machen muss (aber das wusste ich ja schon vor dem Studium) ist es nicht nur noch alles vollkommen im Bereich des Möglichen und nichts - an alle zukünftigen Psychologie-Studenten - wegen dem man sich nass machen muss und wie ihr vielleicht an der Kontinuität der Posts bemerkt habt, die im September bisher kamen: Man hat auch noch ein bisschen Freizeit, so ist es ja nicht. (Und klar, im Oktober, wenn es dann wirklich in die heiße Prüfungsphase geht, wird es sicher noch mal wesentlich stressiger, aber da ich vorerst vier Klausuren habe und ich mir sehr darüber bewusst bin, dass man in Deutschland nach dem vollen Semester meist in sieben schreibt und zwischendurch keine Aufteilung hat, kann ich mich da eigentlich auch nicht wirklich beschweren.)

Aber erst mal genug zum Studium und zu zwei anderen Aspekten, über die ich wirklich noch reden muss, bevor ich mich erst unter die Dusche und anschließend an den Gleitman schmeiße (sollte ich noch Zeit dafür haben). Erstens: Ich bin schon extrem excited (jaja, englische Worte in deutschen Sätzen sind blöd blablabla, aber ich studiere auf Englisch und das Switchen kann manchmal sehr anstrengend sein und es ist eine Alliteration und man lasse mir die kleinen Freuden des Lebens), weil die Tage jetzt langsam kürzer und kälter werden und kurzum: Es wird Herbst. Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit. Im Herbst gibt es die schönsten Farben. Und Tee. Und den NaNoWriMo. Ich liebe den Herbst, echt. (Obwohl ich wirklich hoffe, dass es ein sehr, sehr trockener Herbst wird, was ich nicht glaube, weil so viel Glück hab ich nicht, und deshalb werde ich wahrscheinlich doch künftig ein bisschen über ihn fluchen, weil im Regen an die Uni ist jetzt nicht so bombe, um ehrlich zu sein. Regencape von IKEA hin, Regencape von IKEA her.) (Aber meistens liebe ich den Herbst, nicht vergessen!) Und zweitens: Ich habe letzte Woche im Niederländisch für Anfänger-Post erwähnt, dass ich mir selbst die Haare abgeschnitten habe und wurde jetzt bereits von mehreren Leuten gefragt, wie das jetzt eigentlich aussieht. Also, hier zwei Bilder aus Amsterdam:
























So, jetzt ist es raus. So sieht es aus, das Kind. Die Haare sind übrigens nicht nur kurz, sondern auch naturblond. Ich bin also keine dieser Fake-Blondinen, die die Reputation runterzieht. Und ich kann übrigens nicht Zwinkern, weshalb das zweite Bild mit reingekommen ist, weil ich mich über den Blick so kaputtlachen könnte. Aber hey, die Haare fallen schön. Und hätte ich das mit dem Zwinkern nicht erwähnt, wäre es wahrscheinlich auch niemandem aufgefallen. You're welcome.
(Ach ja: Es ist extrem schwer, ein ordentliches Bild von mir zu finden, weil ich a) entweder nicht lächle, weil melancholische Schriftsteller-Ehre zu verteidigen b) dumme Grimassen schneide, weil ich das immer noch am besten kann oder c) versuche zu zwinkern.)

Ich lasse euch ganz viele Grüße da und wünsche euch einen guten Start in den Dienstag. Bei mir ist die Sonne immer noch nicht aufgegangen, aber was nicht ist, kann ja schließlich noch werden. In diesem Sinne: Bis morgen zu den Classic Confessions.

Antonia
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9/06/2016

[Niederländisch für Anfänger - No. 11] "Kaffeepausenlabertasche"

Hallo meine Lieben!

Ich melde mich zu Beginn der Woche aus meinem mittelgroßen niederländischen Studentenstädtchen zurück. Und ich sitze - ja, ihr habt es erraten (oder auch nicht - keine Ahnung, was ihr so ratet) - im Bibliothekscafé und mache erst mal eine kurze Pause. Ab einem gewissen Punkt staut sich beim Arbeiten (gerade wenn man es schon seit 8 Stunden heute macht) so viel Luft im Kopf an, das man die erst mal bei einem Becher Kaffee und einer Kirschtasche rauslassen muss. Jedenfalls metaphorisch. Alles andere wäre ja irgendwie ein bisschen übertrieben. Genau dieser Umstand der Kaffee-Trinkenden Regelmäßigkeit ist es übrigens, der dem heutigen Post seinen Titel gibt. Ja, Kaffeepausenlabertasche, genau das war ich nämlich über die letzte Woche hinweg. Zumindest auf den Blog bezogen. Die meisten Posts, die ihr also seit Studienbeginn (und mit großer Wahrscheinlichkeit auch über die nächsten Wochen hinweg) von mir bekommen werdet, sind nämlich unter ähnlichen Bedingungen entstanden. Ich liebe Blogbeiträge in den Kaffeepausen. Ich schaff was und es entspannt ungemein. Wie Yoga, nur ohne ausgerenkte Gelenke. (Die eine Sache, die nämlich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit passieren würde, würde ich Yoga machen. Ich habe mir in der siebten Klasse mal einen Wirbel bei einer Rolle rückwärts ausgerenkt, alle anderen Argumente sind irrelevant, das sagt einfach alles über mich bei sportlichen Betätigungen.)

Wie dem auch sei. Ich war die letzte Woche jedenfalls ziemlich oft in der Bibliothek. So oft, dass ich mittlerweile schon meine Stunden herunterschraube, wenn meine Freunde mich danach fragen, weil nein, ich habe kein Problem, ich liebe mein Studienfach. Also, ernsthaft. Das ist der ganze Trick. Ich bin nicht gut mit Selbstdisziplin, aber momentan fällt sie mir wirklich nicht schwer. Und nebenbei - Gott, Wunder - schlafe ich jeden Tag mindestens acht Stunden, habe wieder angefangen zu schreiben und mich letzte Woche drei Mal mit Freunden getroffen, was ebenfalls ungewöhnlich viel ist. Und ich weiß, ich wiederhole mich, aber kann man das fassen? Ich jedenfalls nicht. (Aber begeistert bin ich trotzdem - so kann es weiter gehen.)

(Neben mir ist gerade ein Typ aus einem Stillebereich rausgekommen, ungefähr 27, 28, Vollbart, geht mit einer extrem lieben - extrem lieben - Stimme ans Telefon "Ja, Mama? Nee, du, jetzt ist gerade schlecht. Ja, ich bin gerade in der Bibliothek. Ja, ich ruf dich heute Abend zurück." - Bemerkung am Rande: Es gibt nichts Schöneres als erwachsene Männer, die nett mit ihren Müttern reden und sie Mama nennen. Glauben an die Menschheit für heute Nachmittag restored. Leute, merkt euch das.) (Ich muss aufhören so auffällig über solche Dinge zu grinsen.) (Und dabei am Laptop zu tippen.) (#Suspicious) (Er hat sich eben mit "Tschaui" verabschiedet. Ich bin fertig. Es gibt noch Hoffnung da draußen. Es gibt noch Hoffnung, meine Freunde.)

Jedenfalls, wo war ich. Ach genau. Mir schlottern trotz allgemein positiver Stimmung gerade mental ein bisschen die Knie und zwar, weil morgen Mittwoch ist. Und nein, das hat nichts mit der Classic Confession-Frage zutun (die lässt bei mir eher weniger die Knie schlottern, sondern macht Spaß), sondern mit der Tatsache, dass ich morgen den ersten Beitrag auf dem Uniblog veröffentlichen werde. Er ist schon - ich weiß wirklich nicht, was mit mir in letzter Zeit los ist, ich sag's euch - seit gestern Nachmittag fertig geschrieben auf einer Computerdatei und ich habe auch schon genug Bilder aus der Bibliothek etc., um ein bisschen zu unterlegen und die Veröffentlichung morgen ist nur noch reine Formalität, aber Gott, das ist das erste Mal, dass ich für eine Schreibtätigkeit ein (sehr geringes) regelmäßiges Einkommen bekomme. Das ist noch ein bisschen anders als bei einem Wettbewerb, das ist ein echter Job. Also, ein kleiner. Aber ein echter. Und wie das eben so ist, stürzt es mich zwischendurch schon zum dritten Mal heute in eine mittelschwere Sinneskrise, die mit ungefähr diesem inneren Monolog verläuft: "Ist es gut genug? Ist es, was sie wollen? Ist das überhaupt wichtig? Ist es, was ich will? Was will ich eigentlich? Was mache ich hier? Wer bin ich? WAS IST DER SINN DES LEBENS?!?" - Ja. Genau. Ein Mal heute an der Ampel, ein Mal zwischendurch in der Vorlesung und jetzt gerade. Falls ihr irgendwo lesen solltet, dass eine 18 jährige deutsche Studentin in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch in den Niederlanden spontan und ohne vorherige Anzeichen an einem Herzinfarkt gestorben ist, tja, dann könnt ihr dieses Mysterium anhand dieser Blogbeiträge lösen. Das bin ich und ich zweifle mein Leben an. Und dass ich mich hier in einem echt kritischen Zustand befinde, zeigt sich allein an der Tatsache, dass ich vor ein paar Zeilen die Wortgruppe - ich zitiere - "spontan und ohne vorherige Anzeichen" abgetippt habe, was mehr oder weniger ein Synonym und vollkommen sinnlos ist und aaaaaah. Ich werde heute kein Auge zutun können. Und das liegt nicht am Kaffee.

(Glücklicherweise wurde ich über die letzten zwei Stunden hinweg von einer Freundin mit südkoreanischen Tanzvideos und Abendessen abgelenkt - aus diesem Grund melde ich mich jetzt nach einer kurzen *räusper* nicht kurzen *hüstel* Schreibpause wieder zurück.) (Übrigens mit wesentlich weniger Herzrasen - es gibt also noch Hoffnung!)

Was ich die letzten Posts über immer vergessen habe zu erwähnen, mir aber irgendwie erwähnenswert vorkommt, ist die Tatsache, dass ich mir in einer Panik-Nacht-und-Nebel-Aktion die Haare abgeschnitten habe. (Und wer weiß, wie die Geschichte ausgegangen wäre, hätte ich neben meiner Papierschere - ja, Papierschere, ganz richtig gehört - noch einen Rasierer zur Hand gehabt.) Dafür, dass ich mir das YouTube-Tutorial nur zur Hälfte angeschaut und - ich erwähne es noch einmal - mit einer Papierschere geschnitten habe und keinen Spiegel für die Rückseite hatte, ist das Ergebnis wirklich gut geworden. Und eigentlich auch ohne all diese Sachen betrachtet ist es ganz gut geworden. Sieht ein bisschen punk aus, mit meiner leicht wilden, seit einiger Zeit zum Vorschein kommenden Naturwelle und mir wurde von mehreren Seiten "Oh, das hat der Friseur aber gut gemacht." gesagt und - glaubt mir - es gibt kein besseres Gefühl als darauf mit: "Das hab ich allein gemacht. Kein großes Ding.", zu antworten. Das macht mich irgendwie alles so viel verwegener als ich eigentlich bin. Herrlich.
(Das Haare-Abschneiden war übrigens der Auftakt zu meiner neuen "Ich kremple meine Ärmel hoch und mein Leben um"-Attitüde. Ich mag diese Attitüde. Sie tut mir gut. Aber das hatten wir bereits.)

Ich verabschiede mich jedenfalls jetzt noch für ein bisschen an den Schreibtisch (was ist das eigentlich für eine Satzkonstruktion? "für ein bisschen an den Schreibtisch" - Noch Kunst oder kann das weg?), General Introduction to Psychology und Academic Skills (Skillzzzzz - Okay, aufrichtige Entschuldigung dafür) rufen und nur die Harten komm' in den Garten und wer nämlich mit h schreibt ist dämlich und Sah ein Knab' ein Röslein steh'n. (Jetzt ist es offiziell, die Zeit, ab der ich nicht mehr schreiben sollte, wird auf 20:00 Uhr heruntergesetzt. Das ist ja hier ganz knapp vor der Grenze des seelisch und moralisch ertragbaren.) (Aber eben nur knapp. Ha!)

Liebe Grüße und habt noch restliche großartige dreieinhalb Stunden Dienstag,
Antonia

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9/03/2016

AUGUST - Es geht looooooos #Studium


Hallo meine Lieben!

Ich sitze hier rum und grüße ganz lieb aus dem Café meiner Unibibliothek. Zwei Stunden Produktivität liegen heute hier schon hinter mir und jetzt war eine Kaffe-Pause mehr als überfällig. Beziehungsweise. Sie war mehr als überfällig, weil ich kenne eine Person, bei der sie so überfällig war, dass sich diese gewisse Person eben den Mund verbrannt hat. Nein, nicht die Zunge. Den Mund. Deshalb bin ich gerade vom Kaffe primär auf meine Kirschtasche zurückgekommen und warte, bis das Getränk auf eine humane Temperatur heruntergekühlt ist. So viel Zeit muss sein.

Okay, was ist im letzten Monat passiert? Mehr oder weniger überraschend viel. Man könnte es wahrscheinlich wirklich schlicht und ergreifend unter dem Begriff "Studienbeginn" zusammenfassen. Aber irgendwo bringt es das ja gar nicht auf den Punkt.

In erster Linie begann der Studienbeginn mit dem Sprachkursende - einem Ereignis, dem ich wirklich entgegengefiebert habe (zu viel Grammatik, zu viele Vokabeln, zu trocken, zu wenig meine Welt) und das ich - wirklich entgegen meiner eigenen Abnahme - mit einem mühsam bestandenen Sprachkurszertifikat abgeschlossen habe. Für's Einkaufen und kurze Verständigen reicht es sprachlich, im Hören bin ich eigentlich ganz gut und Lesen geht auch - das NT2-Niveau bezweifle ich allerdings bei mir gewaltig.

Danach ging es erst mal für ein viel zu kurzes Wochenende zurück in die Heimat, ich habe mich von den Freunden verabschiedet, bei denen ich das vor dem Sprachkurs noch nicht geschafft hatte, und (Zwischenwurf, sorry: Hier schleppen einfach überproportional viele alte Menschen Kruzifixe durch das Bibliotheken-Café und ich beginne langsam, mich ernsthaft zu wundern. Update zum Kaffe: Immer noch zu heiß, aber ich brauche den Stoff.) alte wieder zu treffen, weil einfach notwendig. An dieser Stelle spreche ich mal eine kurze Empfehlung an alle aus, die ebenfalls ein ganzes Stück von ihrem Heimatort weg wohnen und deshalb nicht so oft dort sind: Wenn ihr mal für ein seltenes Wochenende oder für eine seltene Woche zurück kommt: Genießt es. Und packt euch die Zeit nicht zu voll. Ihr kann sehr gut nachvollziehen, dass man alle Freunde treffen will, die ebenfalls in der Nähe sind, aber wenn ihr euch euren Zeitplan zu voll packt - ich spreche aus Erfahrung - dann werdet ihr terminlich kollabieren und fahrt am Ende wesentlich gestresster weg, als ihr gekommen seid. Und versteht mich jetzt nicht falsch. Das kann durchaus positiver Stress sein, weil ihr alle eure Lieben seht und das toll ist, aber Stress ist im Endeffekt eben auch nur Stress. Also: Eine Person pro Tag, lieber mehr Zeit nehmen und dafür genießen, genießen, genießen. Und vergesst über eure Freunde auch die Familie nicht - die wollen auch ein Stück vom Kuchen. Und ihr seid der Kuchen.
Das sind alles Dinge, die einem eigentlich vollkommen logisch erscheinen und auf die auch irgendwie auch jeder selbst kommt, wenn er sie gelesen hat - aber ich schwöre: Es tut gut, daran noch mal erinnert zu werden. Und im Endeffekt macht ihr wahrscheinlich sowieso die selben "Fehler" wie ich und packt euch euren Zeitplan viel zu voll und verflucht am Ende, dass jeder Tag nur 24 Stunden hat und nicht mehr. Aber danach lernt ihr daraus und beim nächsten Mal nehmt ihr euch mehr Zeit. Und stellt dann plötzlich fest: Mensch, das gibt mir ja auch mehr Zeit. Probiert's aus. Stimmt wirklich.

Jedenfalls habe ich mich bis - höchstwahrscheinlich - Weihnachten (!!!) aus Deutschland verabschiedet. Das nächste Mal, wenn ich Zuhause bin lasse ich mich mit Mutters gutem Essen vollstopfen und meine Wäsche waschen und Filmabende mit meinem Bruder und Cafébesuche mit meinen Freunde und ich freu mich - so sehr ich Nijmegen, die Niederlande und meine großartigen Lieblingsmenschen vor Ort auch vergöttere - schon sehr drauf. Bis dahin: Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Und hier wird es eigentlich interessant bei diesem Rückblick (nicht dass irgendetwas an meinen Rückblicken nicht interessant ist - also wirklich - aber besonders interessant, so interessant, dass euch gar nicht auffällt, wie sehr ich mit ausführlichen Beschreiben eskaliere): Das Studium. Oh mein Gott, Leute, das Studium. Meine erste Woche ist vorüber, nächste Woche wird meine erste Amtshandlung als Erstibloggerin für die Universität getätigt (beziehungsweise: geschrieben) und ich habe die letzte Woche mehr Zeit in Bibliotheken verbracht als das ganze letzte Jahr über. Und so selten bin ich wirklich nicht in Bibliotheken generell. Es ist sehr viel, ich habe eben gehört, dass jemand nach der ersten Woche das Studium schon als nicht-schaffbar erklärt und aufgegeben hat und ich lese mich hier durch ein Kapitel über Neurobiologie nach dem nächsten (der Beginn - zumindest bei General Introduction to Psychology - ist sehr biolastig, was aber okay ist, weil ich Biologie mag und es im Prinzip eine Crashwiederholung des Oberstufen-Stoffes ist, die ich ja im April das letzte Mal für's Abi gemacht habe - also es liegt noch nicht so lang zurück) und Gott, Herrgott im Himmel, ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich es liebe. Ich habe Arbeit so vermisst. Ich habe Produktivität so vermisst. Ich habe vermisst, auf ein Ziel hinzuarbeiten, das wirklich mein Ziel und nicht nur irgendein schäbiger Übergang ist. Und aus genau diesem Grund bin ich jetzt auch an diesem wunderschönen Samstag in der Unibibliothek und beschäftige mich mit der Übertragung an der Synapse. Ich liebe es. Wirklich. Ich liebe es. (Und ich bereue keinen Moment, dass ich gleich nach dem Abi mit einem Studium weiter gemacht und nicht zwischendurch ein Jahr ausgesetzt und herumgereist bin, was ich erst überlegt hatte - ich brauche irgendetwas, um meine Workaholic-Seele zu besänftigen, ernsthaft.)
Ich bin mir vollkommen im Klaren darüber, dass ich über diesen Aspekt schon beim letzten Niederländisch für Anfänger-Post: "Fensterplatz" geschrieben habe, aber ich bin so begeistert davon, dass ich es einfach noch mal ausführlicher erwähnen muss.

Nun. Man kann sich natürlich fragen, wieso ich so eine Sadomaso-Bibliotheks-Ader besitze, aber die Sache ist die... Wenn ich für die Nacharbeit an der Uni produktiv bin, fällt es mir wesentlich leichter, auch in anderen Aspekten meines Lebens produktiv zu sein. Ich hatte ein echtes August-Tief (und es werden gerade nebst Kruzifixen noch andere Dinge hier durch's Café geschleppt, die eigentlich nicht durch ein Café geschleppt werden sollten, und wieso zur Hölle zieht hier jemand eine Maria-Statue lang???) und ich bin wahnsinnig froh, dass es überwunden ist. Die letzte Woche war die mit Abstand beste Woche, die ich seit einer sehr, sehr langen Zeit hatte. Und das ist auch einfach mal gut so.
Ich bin sicher, dass es genug Menschen gibt, die nicht annähernd so happy sind, wie ich, wenn sie endlich wieder an die Arbeit können, aber ich war die letzten paar Wochen ein bisschen auf der Suche nach sehr vielen Aspekten der Lebens-Orientierung, die mir alles in allem extrem auf den Geist gegangen sind. Ich habe mein Buch erneut abgebrochen (Alle guten Dinge sind drei! Ha!) und hab beim Neubeginn irgendwie festgesteckt - und das zieht meine Laune immer sehr weit in den Minusbereich, ihr habt ja keine Ahnung - und irgendwie hab ich mich erschlagen gefühlt von allen möglichen anderen Dingen. Und irgendwie scheint es, als wäre mit dem Beginn des Studiums auch in anderen Bereichen der Knoten geplatzt. (Unter anderem beim Schreiben, aber da genieße ich jetzt mal und schweige, es läuft noch nicht lang genug wieder, um jetzt überzueuphorieren.) (Wobei uns das Wort "überzueuphorieren" wieder auf die alte Leier zurückbringt, dass ich definitiv dafür bin, dass man mir für's Worte-Erfinden Geld bezahlt. Ich sage euch, wir hätten alle viel mehr Spaß im Leben, wenn es das gäbe, und die Welt wäre ein besserer Ort.)

Der August hat mir im ganzen einiges gelehrt und ich denke, dass das allgemein gute Lebensratschläge sind, die dem ein oder anderen ebenfalls beim Studienbeginn oder im Allgemeinen helfen können:

1. Hör auf zu jammern und MACH! Niemand schreibt ein Buch, wenn er nicht genau das macht: Schreiben.
2. Es ist okay, sich miserabel zu fühlen, lass es raus, wein wie ein Baby, zweifle an allem, verzweifle an dir selbst, aber atme tief durch, wenn du damit fertig bist, und MACH!
3. Kleine Nettigkeiten retten den Tag - von dir und anderen Menschen - also MACH!
4. Die besten Freundschaften beginnen mit einer einfachen Begrüßung - also MACH!
5. Wir bereuen am Ende immer mehr das, was wir nicht gemacht haben, als das, was wir gemacht haben. Also, ja, ihr ahnt es bereits: MACH!
6. Und bevor du machst, denk einen Moment darüber nach, aber überdenk nicht. Das tut der Umsetzung überhaupt nicht gut.

Diese Ideen sind allesamt sicher schon von sehr vielen Menschen auf ihre Art und Weiße und mit anderen Worten erdacht worden und ich bin mir ebenso sicher, dass sie jeder - mehr oder weniger - bereits kennt, aber (heute habe ich es mit Listen, man merkt es schon) 1. Ist es nie schlecht, an bestimmte Dinge doppelt und dreifach erinnert zu werden und 2. Es geht eben nicht darum, was wir wissen, sondern was wir daraus machen. (Den Aspekt mit dem MACH hat mich übrigens meine Lieblings-Liste auf Lists of Note gelehrt - ich rate jedem: Kauft euch dieses Buch (oder leiht es euch zumindest irgendwo aus), es ist jeden Cent wert. Für den Übergang könnt ihr aber auch gern erst meine Rezension lesen - hier).

Nachdem dieser Beitrag mehr Sprüche geliefert hat, die man getrost auf Sofakissen sticken könnte, als üblich, verabschiede ich mich an dieser Stelle erst mal vom Unicafé (nach der Maria-Holzstatue sind übrigens nicht noch mehr christliche Dekogegenstände vorbeigekommen, falls es euch interessiert - und selbst wenn nicht, jetzt ist die Information nun mal da, was will man machen?) wieder zwei Stockwerke tiefer in den ästhetischen Unikeller und da geht es jetzt erst mal mit "The Brain and the Nervous System" weiter (nach dieser "kleinen" Pause fühle ich mich nämlich jetzt erst Mal wieder dazu in der Lage, davor lief in meinem Kopf eine Dauerschleife mit: "Synaptischer Spalt, wer interessiert sich überhaupt dafür?? Okay, du. Okay, was auch immer. ICH BRAUCHE EINE KIRSCHTASCHE!") und melde mich morgen mit der - ja, jetzt kann ich es sagen - Rezension zu Harry Potter and The Cursed Child zurück. Ich freu mich schon wahnsinnig drauf, nachdem ich wirklich eine Weile wie eine Glucke auf meiner Meinung gesessen habe. (Also ich saß auf meiner Meinung wie die Glucke auf ihren Eiern - ich sollte wirklich aufhören, weiter zu schreiben, das geht schon wieder in abgefahrene bildliche Begleiche hier.)

Ganz liebe Grüße auf jeden Fall,
Antonia

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8/30/2016

[Niederländisch für Anfänger - No. 10] "Fensterplatz"

Hallo meine Lieben!

Nun befinde ich mich gerade in der Universitätsbibliothek und habe jetzt einfach entschieden, dass acht Stunden Uniarbeit erst mal eine kleine Pause und eine (nicht ganz so kleine) Zwischenmeldung verdient haben. Also, wer jetzt schockiert ist, weil ich den ganzen Tag in der Bibliothek verbracht habe (mehr oder weniger mit Fensterplatz - womit wir die Sache mit dem Titel geklärt hätten), keine Sorge. Ihr geht es gut. Mehr als gut sogar. Ich liebe es. Und glaubt es oder nicht, das Arbeiten hat mir gefehlt. Also im Sinne von "ernsthaft produktiv" sein. Seit ich das jedenfalls wieder bin, rotiert meine Forest-App. Beziehungsweise eigentlich rotiert sie nicht, sondern sammelt einfach nur Arbeitsminuten. Und das nicht wenig. Aber der Satz hat sich mit rotiert so schön angehört. Und wenn ihr genau wissen wollt, wie schön genau ich ihn fand: Ich habe mich vor Aufregung an meinem Vitamin-Wasser verschluckt und wäre eben bei dem Versuch, nicht laut zu husten, weil hier alles so extrem leise ist, fast erstickt. Alles für die Kunst.

Jedenfalls. Sitze ich hier zwischen relativ vielen Büchern und relativ leeren Tischen, weil die Klausurphase noch ein bisschen braucht und lese mich durch mein Research Methods-Kapitel, das muss ich nämlich morgen fertig haben. So viel sei bis jetzt gesagt: Ich glaube nicht, dass Research mein Liebling wird, aber ansonsten ist es ganz in Ordnung. (Und mein leises - wirklich leises - Tastaturklappern ist gerade das einzige Geräusch und deshalb ist das leise - na ja, es ist relativ laut, so im Verhältnis.) Auf The Genetic and Evolutionary Roots of Behavior - das ist das nächste Kapitel, die Sherlock Yacks unter euch haben das wahrscheinlich schon erraten. (An dieser Stelle habe ich kein Vitamin-Wasser getrunken, weil ich den Namen Sherlock Yack verboten witzig finde. Und das Serienkonzept dazu auch. Ein Yack, das Sherlock Holmes ist. Außer mir ist aber beim Durchsippen irgendwie noch niemand, den ich kenne, auf diese Serie gestoßen und deshalb denkt mein halber Freundeskreis wahrscheinlich, ich werde verrückt und fantasiere deduktive Büffel oder so.) Jedenfalls. Dieses Kapitel kommt heute Abend/morgen noch dran und dann bin ich offiziell wirklich ein Streber, da kann man nicht mal mehr was dagegen sagen.

Aber Leute, es ist auch einfach wahnsinnig interessant. Und ich habe dieses ganze Lesen und Notizen-Machen und Aufgaben-Abarbeiten und Antworten-Schreiben so vermisst. Es gibt Leute, die haben Drogenprobleme, ich habe das mit allem Schulisch/Universitären. Don't judge. (Und davon abgesehen schreibe ich meine ersten Prüfungen schon mehr Anfang als Mitte Oktober und deshalb gibt es so was wie einen "langsamen Start" auch nicht wirklich.) (Aber wie bereits erwähnt, das ist kein Problem. Ich geh hier momentan voll auf. Ob das in drei Wochen immer noch so sein wird, weiß ich nicht, aber das ist ja schließlich der Zauber des Anfangs.)

Die meisten meiner Freunde (beziehungsweise: Alle meiner Freunde, die keine Freunde sind, die wie ich in den Niederlanden wohnen, weil ich sie hier kennengelernt habe.) sind momentan noch Zuhause oder auf Wohnungssuche und deshalb explodiert momentan mein Snapchat-Account mit Pokémon Go-related Kram und Eiscafé-Besuchen. Und auch das - ganz genau - mein ich nicht negativ, weil einem das irgendwie wenigstens teilweise das Gefühl gibt, ein bisschen dabei zu sein. Und das macht es mir wiederum leichter, sie alle nicht allzu sehr zu vermissen. 

Und bevor ich mich jetzt heldenhaft auf den Beginn des The Genetic and Evolutionary Roots of Behavior-Kapitels stürzte, gebe ich allen, deren nächstes Schuljahr ihr letztes ist, einen absoluten Pro-Tipp: Fangt früh an mit der Wohnungssuche. Gut, manchmal geht das aufgrund einer späten Bestätigung des Studienplatzes nicht. Aber ernsthaft. Wenn ihr eine habt. Sucht. Auf Facebook, auf irgendwelchen Immobilien-Seiten, an schwarzen Brettern, im Bekanntenkreis. Und wenn ihr mit einem Wohnheimplatz liebäugelt, dann meldet euch ab der Minute für die Warteliste an, ab der es geht. Vollkommen egal. Irgendetwas. Aber sucht. Momentan wohnt eine Freundin bei mir, die gerade echt an der Suche verzweifelt. Und das ist echt nicht schön, wenn der Wohnungsmarkt schwierig ist. Ihr wollt wirklich nicht von einem Sofa zum nächsten ziehen. Deshalb müsst ihr euch zwar nicht stressen, aber behaltet es im Hinterkopf.

Liebe Grüße,
Antonia

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8/24/2016

[Niederländisch für Anfänger - No. 09] "HEMA my life"


Hallo meine Lieben,

und willkommen zum zweiten Teil der "Antonia, das Kaufhaus-Opfer"-Reihe bei den Niederländisch für Anfänger-Posts. Gleich nach "IKEA my life" war ich nämlich heute im HEMA und habe nicht übermäßig viel aber doch ein bisschen wehtuend-viel für Büroartikel ausgegeben. Okay. Das ganze Einkaufen für die Schule-Ding hat wirklich noch viel mehr Spaß gemacht, als ich es nicht selbst bezahlen musste. Aber diese Zeiten sind vorbei und deshalb bin ich heute von Oxford-Blöcken auf die von HEMA umgestiegen. Die Linien sind hellblau, das ist okay, tröstet aber doch nicht darüber hinweg, dass 1. Oxford-Blöcke Oxford-Blöcke heißen (habe ich schon mal erwähnt, dass Oxford meine Lieblingsstadt ist?) und 2. Oxford-Blöcke sich wie Oxford-Blöcke anfühlen. Du kennst keine Papier-Glätte, wenn du diese Blöcke nicht gefühlt hast. (Und wo wir schon bei Erwähnungen sind: Ich habe einen mehr oder weniger geheimen Fetisch für glattes Papier. Oder glatte Oberflächen. Glatte Dinge generell.) Jedenfalls. Sind über 2€ für einen Schreibblock viel zu viel Geld und deshalb bin ich jetzt auf eine etwas günstigere (und wesentlich glattere Variante umgeschwenkt).

Der Einkauf bei HEMA war übrigens heute die allgemein größte Herausforderung (und ich hatte einen Termin bei der Stadtverwaltung und musste mich mich sehr schlechtem Niederländisch durchschlagen), da ich mich plötzlich zwischen einer Kolonne Schulkinder wieder fand, die sich öffentlich zur gleichen Zeit wie ich entschieden hatten, ihre Schuleinkäufe zu tätigen. Also entweder werde ich alt oder habe mich doch noch nicht so an die Stadt gewöhnt, wie ich eigentlich dachte. Zu viele Menschen, zu wenig Platz zwischen den Regalen. Eindeutig.

Letztendlich bin ich mit zwei großen Ringordnern, ein paar Blöcken, einem neuen Kuli, einem Zehnerpack Bleistifte, einem Wochenkalender (sehr zu empfehlen, der absolute top-Kauf des Tages), und neuen Markern von dannen gezogen. Absolut verdient heute, denn ich bin seit heute Morgen offiziell und fast ohne nervlichen Zusammenbruch ordnungsgemäß in alle Kurse für den ersten Block des ersten Semesters eingeschrieben. Und habe es tatsächlich hinbekommen, meine Kurse so zu schieben, dass ich den Freitag frei habe. Komplett, immer. Herrlich. Dafür habe ich heute herausgefunden, dass ich bereits am 10.10. mein erstes Examen habe, was ein bisschen die Magie der vermeintlichen Entspannung zerstört hat. Aber auch das ist okay, weil Entspannung sowieso nicht meine Welt ist. Ich lebe für die emotionalen Ausbrüche. Und ich freue mich schon enorm darauf, dass es am Montag tatsächlich losgeht. Ich in großen Sälen sitzen und englischen Vorlesungen lauschen werde. Mich in den Gebäuden verlaufe. Notizen in meine Schnäppchen-Blöcke mache. Das hat alles den Geruch von Produktivität. Und wenn ich eine Sache neben glattem Papier liebe, dann ist es der (metaphorische, nur zur Sicherheit sollte ich das vielleicht erwähnen) Geruch von Produktivität.

So viel also zu alledem, was heute passiert ist: Erfolgreiches Einschreiben in die Kurse, Examens-Schock (aber nur ein kleiner), HEMA-Einkauf, Einschreiben in die Gemeinde für den Zweitwohnsitz in den Niederlanden. Ihr seht also: Allein am heutigen Tag schon enorm viel passiert. Wo soll ich da also in der letzten Woche anfangen, deren Überblick aufgrund der laufenden Introwoche ja doch ein bisschen mau ausgefallen ist.

In erster Linie: Ich habe entdeckt, dass ich - oh, wer hätte es gedacht? - immer noch nicht auf Parties stehe und mir das Konzept von Alkohol bisher noch ein Buch mit sieben Siegeln ist. Ich würde gern im Laufe der nächsten Tage einen extra Survival-Post für Leute schreiben, die wie ich eher introvertiert sind (zumindest bis sie Leute besser kennen, dann kann ich auch enorm extrovertiert) und mit Parties und Alkohol nicht so viel anfangen können und deshalb ein bisschen Panik vor der Introwoche schrieben (wie ich am Anfang). Da dieser Post aber noch ein bisschen auf sich warten lassen muss, so viel vorab: Bei der Introwoche geht es nicht nur um Parties, sondern teilweise auch tatsächlich um Informationen zum Studium, nicht jeder in eurer Gruppe steht auf Parties, solltet ihr also auch keinen Spaß daran haben, dann findet ihr auch immer Gleichgesinnte und - ganz wichtig und ist mir sehr positiv aufgefallen - niemand wird verurteilt, weil er sich bei manchen Aktivitäten ausklinkt und eben für sich entscheidet, dass diese Feier nichts für ihn ist. War jedenfalls bei mir so und ich wünsche diesen netten Umgang miteinander auch allen Mit-Erstis an anderen Unis. Habt also keine Angst, setzt euch nicht unter Druck, findet heraus, wer Leute sind, mit denen ihr rumhängen wollt, und habt zwischendurch ein bisschen Spaß. Wird alles, aber kein Beinbruch.

Weiterhin erwähnenswert finde ich, dass ich während der Introwoche entschieden habe, einen Fechtkurs zu belegen. Kennt ihr das, wenn euch plötzlich auffällt, dass ihr diese eine Sache schon immer mal ausprobieren wolltet, obwohl ihr davon bisher noch gar nichts wusstet? Mir geht es dauernd so. Deshalb habe ich mal ein halbes Jahr Jagdhornunterricht gehabt (ja, der dicke Bruder der Trompete, ihr habt es erfasst) und bin ohne jegliche Ski-Vorkenntnisse und als vollkommen unsportlicher Mensch ins Skilager meiner Schule mitgefahren und habe Skifahren gelernt. Und ich hab mal einen Spanisch-Kurs aus dieser Laune heraus gemacht. Und hatte in der 6. Klasse ein übermäßig exotisches blaues Pony. Also, nicht das Tier, die Frisur. Und ich bin spontan mit 18 in die Niederlande ausgewandert. Ihr merkt schon. Irrationale Probierst-du-mal-aus-Entscheidungen sind absolut mein Ding. Wieso? Weil ich Spanisch, Jagdhorn und viele andere Dinge dadurch vielleicht nicht für mich entdeckt habe, aber ich heute noch leidenschaftlich gern (und leidenschaftlich schlecht) Skifahre und mit meiner Land-Wahl sehr zufrieden bin und durch genau diese Probierfreudigkeit zum Schreiben und zum Bloggen gekommen bin. Wenn man sich nicht auf sein Bauchgefühl verlässt, vergibt man die Chance die verrückten und interessanten Teile von sich selbst zu entdecken. Und weil gerade diese Teile ja eigentlich die Person ausmachen, vergibt man im Folgeschluss die Chance, sich selbst kennenzulernen. Und eh man sich versieht, stirbt man und hat sich noch gar nicht richtig kennengelernt, weil man nie vom festen Weg loslassen konnte.
Okay. Das wurde jetzt zum Ende hin überraschend düster, aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Ich bin ein sehr steifer Mensch, der immer einen Plan braucht und mit Spontanität grundsätzlich überfordert ist, aber ein Teil von mir - und ich mag diesen Teil - kann sehr intuitiv sein. Mein Bauch sagt gerade: Fechtkurs. Und deshalb wird jetzt der Fechtkurs gemacht. Das erste Mal war schon toll, obwohl ich momentan aufgrund dessen leider so aussehe, als hätte mich irgendjemand verprügelt, weil mein kompletter rechter Oberarm mit blauen Flecken übersät ist, die sich mittlerweile schon gelb verfärbt haben. War eine Herausforderung das zu verstecken und bei gefühlten 35° in die Stadt zu radeln. Wirklich, herausfordernd. Und wird sehr interessant, wenn diese Flecken jetzt zur Gewohnheit werden. Ich halte euch jedenfalls auf dem Laufenden.

Ich habe mich nun schon über den Anbruch des neuen Tages heraus verquatscht und weil ich heute schon relativ früh aufgestanden bin, da ich mich für die Kurse registrieren musste, bin ich jetzt langsam auch ein bisschen müde und verabschiede mich kurz und knackig ins Bett. Im Laufe des Tages folgt die Classic Confessions-Frage und verzeiht bitte noch einmal die spartanische Anwesenheit der letzten Tage. Die Intro-Woche (Parties ausgelassen hin oder her) hat ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen und ich brauchte erst mal wieder ein oder zwei Tage nur für mich, ohne große Kommunikation. Und das schloss den Blog nun mal mit ein. Ich hoffe, ihr versteht das.

Liebe Grüße,
Antonia

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8/16/2016

[Niederländisch für Anfänger - No. 08] "Cowboy, Cowboy"

Hallo meine Lieben!

Nachdem die Niederländisch für Anfänger-Posts letzte Woche ein Mal ausgesetzt haben, wollte ich wenigstens Mal ein kurzes Statusupdate dalassen. Kurz, weil ich momentan mitten in der Intro-Woche stecke und deshalb kaum zu irgendetwas komme. Aber wie sagt man so schön? So viel Zeit muss sein. Und hier bin ich nun und gebe wenigstens einen groben Überblick, bevor dann nächste Woche ein ausführlicher kommt.

Es sei nur so viel gesagt: Es ist viel passiert. Wirklich viel. Und ich kann nicht auf alles im Detail eingehen. Momentan ist sind aber nur zwei Sachen wichtig, die unbedingt raus müssen. 1.: Ich habe meinen ersten Job an der Uni an Land gezogen. Und zwar als - da kommt ihr nie drauf - Blogger für den Erstjahresblog der deutschen Studenten. Alle zwei Wochen könnt ihr also in den Genuss eines mittelgroßen Beitrages über das Unileben in Nijmegen kommen, bzw. meine Kommilitonen können es, ihr kommt es (kommt es? kommt?) ja schon seit geraumer Zeit. Könnte man jetzt meinen, dass ist ein bisschen doppelt gemoppelt, weil ich ja auf diesem Blog schon relativ viel über mein Unileben rede und ein wöchentliches Update habe, aber ich bin schließlich eine vollendete Labertasche und habe deshalb immer was zu erzählen, weshalb es sicherlich nicht langweilig wird. Gerade, weil viele ausführliche Posts, die hier noch in der Warteschleife stecken, für alle meine Radboud-Leute da draußen in etwas verkürzterer Form rauskommen können und so ein bisschen mehr im Insider-Stil Tipps gegeben werden kann (und wer mich kennt weiß, wie sehr ich auf Insider-Witze stehe) und natürlich ist das auch für mich toll, weil ich dann doppelt Spaß an einem Thema habe und für mein Hobby auch noch bezahlt werde. Kann also nicht besser laufen.

Die zweite Sache, die ich unbedingt noch loswerden muss: Partys sind ja nicht so meine Welt, was jetzt sicher für die meisten meiner Leser nicht so die Überraschung des Jahrhunderts ist. Trotz alledem habe ich die Intro-Woche bisher durchaus gut überstanden. Nicht zuletzt, weil ich zwei weitere Leute gefunden habe, die mit Gruppentänzen und Kneipenspielen ebenso überfordert sind, wie ich. Sehr nett. Mit den beiden lieben (Zeynep und Ceyda) bin ich übrigens heute vor dem Start des Intro-Wochen-Tages zum Frühstück in der Stadt verabredet. Sehr nett, nicht nur weil die beiden sehr nett sind (und Nerds wie ich \o.o/), sondern auch weil ich mich gestern mangels geöffneter Supermärkte vor 8:00 Uhr von Schoko-Soya-Pudding aus dem Kühlschrank ernähren könnte. Und versteht mich nicht falsch, ich schwärme für Schoko-Soya-Pudding aus dem Kühlschrank, aber zum Frühstück ist mir ein Croissant mit Kaffee dann doch irgendwie lieber.

Genau da muss ich jetzt übrigens auch hin. Oh man, mir liegt noch so viel auf der Zunge. Aber wie bereits erwähnt: Nächste Woche, ausführliches Update und mir juckt es auch irgendwie in den Fingern ein "Intro-Woche für Leute, die mit Partys nichts anfangen können"-Survival-Tipps-Post zu schreiben. Das hätte mir vor meiner Intro-Woche nämlich wesentlich mehr Ruhe gegeben. Spoiler Alert: Man kann auch ohne viel mit Partys anfangen zu können, Spaß in der Intro-Woche haben und nette Leute kennenlernen. Keine Panik!

Liebe Grüße und demnächst,
Antonia

P.S.: Der heutige Post trägt den Titel "Cowboy, Cowboy", weil ich in der Cowboy-Gruppe bin und aufgrund dessen einen furchtbaren Ohrwurm des Liedes habe. Also dieses "Cowboy, Cowboy, riding on a rodeo, can I be the one for you?", weil ich das die letzten paar Tage unnormal viel gesungen habe. Ach und solltet ihr jetzt ebenfalls einen Ohrwurm haben: You're welcome.
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8/02/2016

Gewinnspielauslosung zum zweiten Bloggeburtstag

Hallo meine Lieben!

Ich bin gerade wieder aus der Uni zurück und kann nun offiziell sagen: Leute, ich habe meine Examen alle hinter mich gebracht und jetzt erst mal noch vier Wochen, bevor hier irgendetwas gerissen wird. Also. Im Sinne von Uni-Gerissen. Und sehr im Sinne von: frei, frei, frei, frei. Habe ich mir verdient, auch wenn die nächsten Tage erst mal noch ein bisschen stressig werden, da ich zurück in die Heimat fahre und da einiges erledigen muss, und es übernächsten Sonntag dann mit der Einführungswoche los geht. Alles mehr Privileg als Bürde, aber ich freue mich nach dem Wiedersehen und Aufs-Studium-Einstimmen noch mal ein paar Tage für mich zur Ruhe zu kommen und nach einer gefühlten Ewigkeit mal wirklich frei ohne Sternchen hinterm Wort zu haben.

Letzte Woche ist nun mein Blog zwei Jahre alt geworden und dazu hab es ein kleines Gewinnspiel, dessen Gewinner ich mit höchst kompliziertem Losverfahren (ich habe Zettel geschrieben, sie in die Luft geworfen und einen gefangen, der dann zum Gewinner gekürt wurde) ermittelt habe:

FullmoonShadow

Herzlichen Glückwunsch, liebe Moony. Zu gewinnen gab es ja ein Buch-Sommer-Survival-Kit, das das Herz jedes Buchliebhabers höher schlagen lässt. Ich habe dich, FullmoonShadow, (das hört sich in dieser Satzkonstruktion sehr komisch an) bereits via E-Mail benachrichtigt und die Adresse erfragt, solltest du dich bis zum 04.08. nicht gemeldet haben, muss ich den Gewinn neu verlosen, damit ich ihn noch pünktlich los werde, bevor es wieder in die Niederlande geht.

Alle anderen: Nicht traurig sein. Das war definitiv nicht die letzte Chance auf einen Gewinn auf meinem Blog. An der nächsten Gewinnchance könnt ihr mit den Classic Confessions sogar selbst arbeiten, Informationen über die Aktion findet ihr hier.

Liebe Grüße,
Antonia
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[Niederländisch für Anfänger - No. 07] "Veni, vidi, VASE"

Hallo meine Lieben!

Das ist heute eine absolute Premiere für mich, da das das (da das das - die deutsche Sprache ist was Tolles) erste Mal ist, dass (ehehe) ich einen Niederländisch für Anfänger-Post vorbereite. Normalerweise bin ich da sehr strikt wegen Authenzititität und so weiter, aber die Vorbereitung dieses Posts hat genau zwei Gründe: 1. Meine Lieblingsmutter reist morgen Nachmittag an und ich habe statt - wie geplant - heute Koffer auszuräumen noch nichts gemacht und im Zuge meines Plans, einen funktionsfähigen erwachsenen Menschen zu mimen muss ich das morgen definitiv nach dem Examen machen und kann deshalb nicht nachmittags schreiben (dicker trauriger Smiley) und 2. Es sind theoretisch nur noch eineinhalb Stunden bis zum Dienstag und deshalb leidet die Authentizität wahrscheinlich nicht ganz so rapide und sollte noch etwas wirklich abenteuerliches passieren, erfahrt ihr das schon. Und 3. - ich habe gelogen, es sind eigentlich drei Gründe - kann ich überhaupt nicht schlafen, weil mir das kommende Examen morgen und Gott und die Welt und das Buch im Kopf herumspukt. Pro Tipp für Schriftsteller übrigens: Denkt nach 22:00 Uhr einfach nicht mehr über Plot-Twists nach. Macht es nicht. Einfach. Nein. 

Nun sitze ich also schräg unter meiner ästhetischen IKEA-Todesstern-Lampe und da ich gestern (beziehungsweise heute) versprochen habe, ein bisschen mehr von den Examen zu erzählen, werde ich das wahrscheinlich auch mal machen. Lasst euch übrigens nicht von dem Caesar-Salat-Zitat (das ist heute nicht mal mein flachster Flachwitz gewesen, nur damit ihr mal eine Vorstellung habt, was sich meine Freunde bei WhatsApp täglich so geben müssen) aus der Titelzeile irritieren. Auf den ersten Blick scheint es einen Sieg anzukündigen ABER BÄM plötzlich steht da nicht das lateinische Wort für "siegte", sondern das deutsche Wort "Vase" - dieses gewiefte Wortspiel hat übrigens ebenfalls zwei Hintergründe, auf den zweiten komme ich noch, aber wir bleiben erst mal bei den Examen. Also. Examen. Ach ja. Examen. Ich bin ja ein Prüfungsmensch, kann man nicht sagen. Natürlich bin ich aufgeregt und mein Magen spielt vor Prüfungen immer total verrückt und macht komische Geräusche, aber an und für sich. Prüfungsmensch. Leider bin ich nicht nur ein Prüfungsmensch, sondern auch eine Katastrophe was mündliches Niederländisch angeht. 

Heute (wenn ihr das lest gestern) war das Schreibexamen dran - was, meiner Einschätzung nach - eigentlich ganz gut gelaufen ist. Also positiver Tagesstart. Und dann kam mein persönlicher Liebling. Also, nicht. Sprechexamen. Hach. Kann mich bitte jemand schein-entführen, damit ich mich um die Tatsache herum mogeln kann wie wenig von wenig das was wird? Wäre jemand bereit gewesen mich schein-zu-entführen ist das ein netter Zug, aber nun ja zu spät. Das Examen ist geschrieben, beziehungsweise gesprochen, und es war wirklich nicht gut. Okay, niemand ist aus dem Sprechexamen gekommen und hat das Adjektiv "gut" verwendet (alle fanden es katastrophal), aber ich glaube ernsthaft, dass ich durch dieses Examen mit Pauken und Trompeten gerattert bin. Ich sehe meinen halben Oberstufen-Jahrgang übrigens jetzt die Augen verdrehen, weil ich in den letzten zwei Jahren Oberstufe so oft den Satz: "Das war jetzt aber wirklich eine LK, bei der ich unterpunktet habe." gesagt habe und einfach nie unterpunktet war (außer in einer einzelnen Geo-Topografie-Arbeit, wobei ich nicht im Geo-Kurs war und sie nur mitgeschrieben habe, weil meine Freunde im Geo-Kurs waren und ich nichts zu tun hatte, deshalb zählt das nicht) (und ungefähr ein dutzend Mal in Sport-LKs, aber 0 Punkte in Kletterstange sind keine Schande). Aber ich schwöre - bei Heinrich Heine - ich bin beim Sprechexamen durchgefallen. Versteht mich nicht falsch, ich nehm das eigentlich relativ locker (bisher), weil ich den Sprachkurs ja nicht mitgemacht habe um das Examen zu bestehen sondern um Land, Leute und Leben ein bisschen kennenzulernen (und das ist geglückt), deshalb wird das mehr eine transzendentale Erfahrung für mich als alles andere, aber trotzdem. Meh. Scheiß Sprechexamen.

Morgen (beziehungsweise heute - das mit dem Vorbereiten und den verschobenen Zeitformen hier ist viel zu anstrengend für irgendwann elf Uhr Abends) sind dann noch Lesen und Hören dran - zwei Multiple-Choice-Tests, die ich auf mich zukommen lasse, über die ich mir aber ehrlich gesagt nicht so den Kopf gemacht habe. Entweder kommen humane Texte dran oder eben nicht, grundsätzlich kann ich beides. Aber Sprechen. Ach, man. Irgendwie ein bisschen schade, dass es daran wahrscheinlich scheitern wird. Aber Nachprüfung - habe ich mir geschworen - werde ich mir nicht geben, da ich mich 1. auf Sprechen sowieso nicht wirklich vorbereiten kann, jedenfalls nicht in dieser Periode zwischen Examen und Nachprüfung und 2. 70€ extra für eine Examenswiederholung, die ich nicht brauche und wahrscheinlich wieder nicht bestehen werde, so viel besser in - keine Ahnung, Bücher - investiert werden können. Würde ich das Examen tatsächlich brauchen, würde ich zu dieser Sache wahrscheinlich komplett anders stehen, aber wie bereits erwähnt: Ich brauche das Examen nicht, da ich auf Englisch studiere und nicht auf Niederländisch und nur mitgemacht habe, um die Basics zu bekommen, mit denen ich dann weiter arbeiten kann. Soweit dazu, also lasst euch nicht von dieser Entspannung hier täuschen, spätestens bei den ersten Psycho-Klausuren werde ich wieder zum Tier. 

Mir war es wichtig, mal was über gefühlte Total-Versagens-Momente zu schreiben, weil ich auf Instagram und Co. häufig Leute sehe, bei denen oben im Profil "Regel Nummer eins: Sei niemals Nummer zwei." steht. Ich habe eine Hassliebe zu solchen Studybloggern. Weil auf der einen Seite: Super, dass sich Leute so anstrengen und ambitioniert ihre Pläne verfolgen und dafür Opfer bringen - ich finde das sehr inspirierend. Aber andererseits: Ich habe ein gutes Abitur gemacht, aber auch ich lasse mich manchmal von diesem Streben nach Perfektion so fertig machen, dass man am Ende nicht mehr die 1,2 im Abidurchschnitt sieht, sondern die 0,2 die zur 1,0 gefehlt hat. Und das. Schreibt es euch auf. Stickt es auf ein Kissen. Tätowiert es euch auf die Stirn. Ist nicht, wie man über sich selbst denken sollte. Man ist immer irgendwo nicht die Nummer eins. Man verhaut immer mal Examen - aus welchen Gründen auch immer. Irren und Wirren und Verwirren ist so menschlich und so wundervoll, weil es uns - im Gegensatz zu Perfektion - wirklich weiter bringt und die guten Anekdoten liefert, die ich in solchen Formaten hier verarbeiten kann. Und so sehr ich mir auch manchmal wünsche, da würde eine noch bessere Note stehen oder ich wäre noch produktiver und noch erfolgreicher und noch besser. Scheiß drauf. Man darf auch mal einfach stolz sein, ohne sich die Erfolge anderer unter die Nase reiben zu lassen, die einen selbst immer kleiner werden lassen. Irren ist ein Teil von mir und Gott, es ist ein wichtiger Teil. Ich wäre nicht ich ohne mein Irren. Und das wäre - auf lange Sicht betrachtet - viel schlimmer als fehlende Perfektion. Es gibt eine ganze Menge mit bestandenen Examen und guten Zeugnissen, aber nur eine Antonia. Und am Ende des Tages ist es das, was zählt. Weil ich muss ja nicht mein Leben lang mit meinem Zeugnis rumhängen, sondern mit mir selbst.

So. Das war jetzt offiziell das Wort zum Montag Dienstag. Ich bin sicher, dass ich über dieses ganze Perfektionismus-Streben noch mal einen extra Post verfassen werde, da das ein Thema ist, das mich in letzter Zeit sehr umgetrieben hat und über das ich allgemein gern mal sprechen würde, weil ich das Gefühl habe, dass wir mal drüber sprechen sollten. So von Abigeneration zu künftigen Abigenerationen und Mittlerereifegenerationen und Hauptschulgenerationen und sonstigen Generationen. Zu Perfektionismus-Generationen. Wir müssen reden. Aber nicht heute, sicher in näherer Zukunft. Bis dahin...

Liebe Grüße,
Antonia


P.S.: Weshalb der Post heute den klanghaften Titel "Veni, vidi, VASE" trägt, liegt übrigens darin begründet, dass ich vor ein paar Tagen ein wunderschönes Gefäß (es ist eigentlich keine Vase, aber ich konnte der Alliteration nicht widerstehen) gekauft habe. Es ist eine weiße gerade zulaufende Dose aus irgendeiner Art Ton oder Porzellan etc. (ich habe keine Ahnung, ehrlich) mit einem Holzdeckel. Auf diese Dose sind unten Regentropfen gemalt. Und eigentlich ist alles, was ihr über sie wissen müsst, folgendes: Sie ist perfekt. Nicht für jeden, aber für mich. Als hätte dieses Stück Welt nur auf mich gewartet. Ich bin gekommen, ich habe sie gesehen, ich musste sie kaufen. Einfach, weil es so "ANTONIA" geschrieen hat. Jetzt steht da also eine Dose bei mir herum und ich bin noch nicht ganz schlüssig, was in die Dose kommt. Aber Leute, sie ist so perfekt.

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